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Emmerich
Flüchtlinge: Fünf Firmen, die helfen

Emmerich: Flüchtlinge: Fünf Firmen, die helfen
Godwin Chukwuebuka, Kalajo Ahamad, Andre Hülsken und Julius Haferkamp (v.l.) arbeiten bei den Probatwerken. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Fünf Emmericher Unternehmen haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, das Flüchtlingen Deutschkurse und Praktika in den jeweiligen Betrieben ermöglicht. "Ein einzigartiges Projekt in der Region", sagt die IHK. Von Markus Balser

Die Flüchtlingsproblematik hat auch die Emmericher Wirtschaft nicht kalt gelassen. "Wir müssen etwas tun", befand Wim Abbing, Geschäftsführer der Probatwerke, bereits im letzten Herbst. Und rannte damit bei vier weiteren Chefs Emmericher Unternehmen - Katjes, Deutsche Gießdraht, Kao Chemicals und Convent - offene Türen ein. Das Quintett hat mit Hilfe der Stadt Emmerich, der IHK und der Agentur für Arbeit ein Unternehmensnetzwerk geschaffen, das Flüchtlingen Deutschkurse und Praktika in den jeweiligen Betrieben anbietet.

Zunächst befristet auf drei Monate können jetzt 20 Flüchtlinge Deutsch lernen. Sie wurden von der Stadt an die Unternehmen vermittelt, deren Mitarbeiter in den Betrieben den Sprachunterricht, in der Regel sechs Stunden die Woche, durchführen. Zehn weitere Flüchtlinge nehmen an Praktika in den Firmen teil. Sie dienen als Vorstufe zu weiteren Qualifizierungsmöglichkeiten, die die Perspektive ermöglicht, langfristig in den Arbeitsmarkt eingebunden zu werden.

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Dabei ist der Name des Netzwerks - "Gemeinsame Integration" - durchaus Programm. Denn von den Maßnahmen sollen nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch die Mitarbeiter der jeweiligen Unternehmen profitieren. "Es geht auch darum, Vorurteile abzubauen", sagt etwa Bastian Fassin, geschäftsführender Gesellschafter von Katjes.

Sowohl den Mitarbeitern als auch den Flüchtlingen fehlt es dabei nicht an Motivation. Ahamad Kalajo (26) aus Syrien und Chukwuebuka Godwin (32) aus Nigeria sind froh, bei der Deutschen Gießdraht beziehungsweise den Probatwerken in der Lehrwerkstatt die Chance zu erhalten, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Und auch für Ahmed Salahudin, Prince Foysal und Hasan Roudh ist es wichtig, dass sie bei Katjes zusammenkommen können, um regelmäßig Deutsch zu lernen. Die 26 und 27 Jahre alten Männer aus Bangladesh sind zwischen fünf Jahren und knapp zwei Monaten in Emmerich. "In den Sprachkursen lernen sie nicht nur Deutsch, sondern auch ein bisschen den Arbeitsalltag bei uns kennen", erklärt Anette Dierks, die sich bei Katjes zusammen mit fünf weiteren Mitarbeitern um den Deutschkurs kümmert.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Wie es für die jungen Leute, Sprachschüler wie Praktikanten, weiter geht, ist noch offen. "Wir müssen alle erst Erfahrungen sammeln", weiß Hermann Terhorst, kaufmännischer Leiter bei der Deutschen Gießdraht. Doch wer sich gut schlägt, soll auch die Chance bekommen, weiter gefördert zu werden. "Die Möglichkeiten dazu gibt es", betont Barbara Ossysa von der Agentur für Arbeit.

Klar ist, dass das Projekt der Emmericher Unternehmer keine Eintagsfliege sein soll. "Wir können jetzt nicht einfach wieder aufhören. Wir wollen uns unserer gesellschaftlichen Verantwortung stellen, brauchen dazu aber auch einen langen Atem", sagt Herbert Tripp, Geschäftsführer von Kao Chemicals.

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Die IHK Niederrhein will die Idee aus Emmerich jetzt weiter in die Region tragen: "Das ist ein Vorzeigeprojekt, das am gesamten Niederrhein einzigartig ist", sagt Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der hiesigen IHK. Er hofft auf den Vorbildcharakter für weitere Unternehmen.

Und den scheint es bereits jetzt zu geben. Vier weitere Emmericher Firmen wollen mitmachen. Und auch die Hamminkelner Unternehmerschaft hat schon Interesse bekundet.

Quelle: RP
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