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Rees
Flüchtlingsbilder, die berühren

Rees: Flüchtlingsbilder, die berühren
Traurige, aber auch komische Momente hielt Daniela Schlutz mit der Kamera in der Reeser Flüchtlingsunterkunft fest. FOTO: Daniela Schlutz
Rees. Die Sozialpädagogin Daniela Schlutz betreut in Rees Flüchtlingskinder - und hält viele Momente fotografisch fest. Von Michael Scholten

Seit März dieses Jahres kommen jeden Monat mehrere hundert Flüchtlinge aus aller Welt in die Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) am Groiner Kirchweg. Meist bleiben sie nur zwei Wochen, bevor sie auf andere Kommunen verteilt werden.

Unter den Flüchtlingen sind viele Kinder, die auf ihrer Reise sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Für sie ist Rees nur eine Zwischenstation auf ihrer Reise in eine sichere Zukunft oder vor einer ungewissen Rückkehr in ihre Heimatländer.

FOTO: Nein

Die Sozialpädagogin Daniela Schlutz betreut in der Reeser ZUE, die vom Malteser Hilfsdienst betrieben wird, viele Flüchtlingskinder. Da sie gelernte Fotografin ist, war die Kamera in den letzten Monaten ihre ständige Begleiterin bei der Arbeit. So hielt sie viele traurige, aber auch heitere Momente fest. "Die Kamera ist ein gutes Hilfsmittel, um mit den Kindern und ihren Eltern in Kontakt zu treten", sagt Daniela Schlutz, "denn die Kommunikation mit Worten ist oft schwierig."

Einige dieser Fotos waren beim "Reeser Kunst Sonntag ausgestellt. An diesem Tag öffnete auch die ZUE ihre Tore und lud Besucher ein, die Bilder der Fotografin im Schulungsraum zu sehen. In der Kinderstube wurden außerdem gemalte Bilder der Kinder ausgestellt, an der Rezeption waren Bilder erwachsener Flüchtlinge zu sehen - ein Vorgeschmack auf eine größere Ausstellung, die vom 6. März bis 2. September 2016 auf den Fluren des Reeser Rathauses zu sehen sein wird.

"In den letzten Monaten sind wundervolle Bilder entstanden, die den nackten Zahlen, die im Zuge der aktuellen Flüchtlingssituation durch die Öffentlichkeit geistern, Gesichter geben", sagt Daniela Schlutz. Es seien "sympathische Gesichter, oft mit einer traurigen Geschichte". Seit dem Abschluss ihres Sozialpädagogikstudiums war die aus Haldern stammende Wahl-Millingerin auf der Suche nach einer Arbeit, die ihr "sinnvoll" erschien. "In der ZUE habe ich sie gefunden", sagt sie und führt weiter aus: "Die Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Kriegs- und Krisengebieten haben mich auf ganz besondere Art und Weise berührt. Oft bringen sie mich zum Lachen, oft versetzen sie mich auch ins Staunen und nicht selten weine ich, weil ich sie ins Ungewisse entlassen muss."

Seit dem ersten Arbeitstag ist Daniela Schlutz bemüht, eine gute Verbindung zwischen den Flüchtlingen und den Reeser Bürgern herzustellen. Nach dem Tag der offenen Tür, den das Team unter Leitung von Saskia Klose im August organisiert hatte, sollen der "Reeser Kunst Sonntag" und die Ausstellung im Rathaus weitere Schritte in diese Richtung sein.

Nächstes Jahr würde Daniela Schlutz gern digitale Kameras an junge und ältere Flüchtlinge verleihen, damit sie den zeitlich begrenzten Aufenthalt in der ZUE und in Rees dokumentieren können. Wer gebrauchte Kameras spenden kann oder die Anschaffung der Kameras sponsern möchte, kann sich an die ZUE am Groiner Kirchweg wenden.

Quelle: RP
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