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Rees
Flugerlaubnis für die "Aspelnauten"

Rees. Die Abiturienten des Gymnasiums Aspel hatten jetzt allen Grund zum Feiern. 84 Schüler haben ihren Schulabschluss in der Tasche, 18 von ihnen sogar mit einer Eins vor dem Komma. Der Abi-Ball ging in Kalkar über die Bühne. Von Julia Latzel

Die "Aspelnauten" aus Rees haben ihr Training abgeschlossen und ihre Flugerlaubnis erhalten: Samstag nahmen die 84 Abiturienten des Gymnasiums Aspel ihr Abiturzeugnis in Empfang. Das Motto des Jahrgangs lautete in diesem Jahr "Aspelnauten - Uns liegt die Welt zu Füßen".

Auftakt des besonderen Tages bildete ein Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Rees, der von den Abiturienten gestaltet worden war. Anschließend ging es zur feierlichen Zeugnisvergabe ins Bürgerhaus in Rees. Dazu waren auch der ehemalige Schulleiter Roman Claus sowie einige ehemalige Kollegen gekommen.

Bürgermeister Christoph Gerwers eröffnete die Reihe von Reden und outete sich als Lateinfreund. So baute er in seine Ansprache viele lateinische Zitate ein und gratulierte auch den Abiturienten, die ihr Abitur nur "cum acho und kracho" bestanden haben. Der Bürgermeister forderte die Abiturienten auf, auch in Zukunft mit Mut und Engagement bei der Sache zu bleiben und Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen zu übernehmen.

Auch die stolzen Eltern ließen es sich nicht nehmen, ihren "frisch gelandeten Astronauten" einige Worte mit auf den Weg zu geben. Gisela Baumann und Andrea Kemkes berichteten stellvertretend für die Elternschaft von den Aufgaben, die sie im Laufe der Zeit bewältigen mussten. Dazu zählten unter anderem das Bereitstellen von delikaten Pausenbroten sowie das Entziffern von nächtlichen Nachrichten.

Danach kamen die Abiturienten selbst durch Finn-Frederic Bittscheidt und Marie Vens zu Wort. "Wir erreichen den Planeten Abitur mit 84 Astronauten", verkündeten sie. Die beiden nahmen das Publikum mit auf eine Reise zurück zu Beginn der Schulzeit auf dem Gymnasium Aspel im Jahr 2007 und berichteten zahlreiche Anekdoten, die im Laufe der Zeit entstanden sind. So führte die Erinnerung an Schimmelbrote, Lachanfälle und Moralvorträge vor allem unter den Abiturienten zu großem Gelächter. Gegen Ende der Rede wurde jedoch auch die traurige Seite des Tages angesprochen: "Wir werden sicher die Gemeinschaft der Stufe vermissen."

Thomas Hinkes, der einen Biologie-Leistungskurs leitete, unterzog in seiner Ansprache das Motto "Aspelnauten" einer genauen Analyse und kam zu dem Schluss, dass es sowohl Heimatverbindung als auch den Aufbruch in eine ungewisse Zukunft bedeutet. Für das Kommende gab Hinkes den Abiturienten das Zitat ihres "Vorfahren" Neil Armstrong mit auf den Weg: "Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit." Zudem warnte der Biologielehrer vor "schwarzen Löchern": "Auch wenn ich kein Physiklehrer bin, glaube ich, dass in schwarzen Löchern Materie verschwindet und nie wieder zurückkehrt."

Den Abschluss der Ansprachen bildete Schulleiter Klaus Hegel, der eifrig recherchiert hatte, was im Jahr 2007, dem ersten Jahr der Abiturienten auf dem Gymnasium Aspel, alles geschehen ist. Er verglich die Schullaufbahn passend dem Abimotto mit einem Training für Astronauten: "Das Training habt ihr erfolgreich abgeschlossen. Jetzt kann die Reise losgehen. Dabei ist es aber wichtig, dass ihr immer Kontakt zum Boden behaltet. Denn ohne diesen Bodenkontakt geht jeder Astronaut verloren."

Musikalisch gestaltet wurde die Zeugnisvergabe vom Abichor, bestehend aus Musikern des Abiturjahrgangs.

Neben der Ausgabe der Zeugnisse an die Abiturienten gab es auch einige Sonderehrungen, die zeigen, dass viele der Abiturienten die Worte von Christoph Gerwers, sich zu engagieren, schon jetzt beherzigt haben: Marie Vens, Corinna Schaffeld, Elena Kemkes, Helen Schwarz, Stefan Wolbring und Ilhan Güngör wurden für ihr Engagement bei der Schülervertretung geehrt, Magdalena Wendt, Cora Gerards, Louisa Elbers und Sara Rippel für ihren Einsatz für die Streitschlichter. Den Chemiepreis erhielten Philipp Elting und Leon Hoppmann, Magdalena Wendt wurde der Physikpreis überreicht und Melanie Schlütter der Mathematikpreis.

Die Ehrung für das beste Abitur erhielt Stefanie Bleckmann mit einem Durchschnitt von 1,0, die leider auf Krücken ihre Ehrung in Empfang nehmen musste.

Auch insgesamt braucht sich der Abiturjahrgang nicht zu verstecken: "18 der 84 Schülerinnen und Schüler haben eine eins vor dem Komma ihres Durchschnitts und der Durchschnitt der gesamten Stufe liegt bei 2,5", berichtet Klaus Hegel stolz.

Am Abend fand der Tag seinen krönenden Abschluss beim Abiball in Kalkar.

Quelle: RP
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