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Emmerich
Fracking: Angst vor neuen Feldern

Hintergrund: So funktioniert Fracking
Hintergrund: So funktioniert Fracking
Emmerich. Rees und Emmerich sind momentan nicht "Aufsuchungsgebiet". Doch ab sofort hätten Firmen wieder Zugriff darauf. Von Sebastian Latzel

Viele Bürgermeister im Kreis Kleve haben aufgeatmet. Denn die Firma Dart Energy Limited hat ihre sogenannten Aufsuchungs-Erlaubnisse zurückgegeben. Mit diesen Erlaubnissen stecken die Firmen ihre "Claims" ab. Sie sind de facto ein Schutz gegen Konkurrenz, die dann keinen Zugriff mehr auf ein solches Feld hat.

Eine Aufsuchungserlaubnis gestattet noch keine Probebohrungen. Dafür sind gesonderte Anträge nötig. Warum Dart Energy die Erlaubnis auslaufen ließ, ist der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg nicht bekannt. "Gründe wurden dafür nicht angegeben", sagt Andreas Nörthen, der "Fracking-Fachmann" der Behörde.

Dart Energy hatte die Rechte von einer anderen Firma übernommen und einige Studien zur Aufsuchung angefertigt. Anfang Mai 2012 seien die Arbeiten unterbrochen worden, nachdem die Landesregierung im November 2011 ein "Quasi-Moratorium" für Bohrungen nach Gas in unkonventionellen Lagerstätten erlassen hatte. Vermutlich war dieses Moratorium der Grund, die Rechte aufzugeben.

Anlass zum Zurücklehnen gibt es für die Kommunen allerdings nicht. Die Erlaubnis ist zwar erloschen. Doch seit den Weihnachtstagen haben Firmen wieder die Möglichkeit, auf das Gebiet zuzugreifen. Auch das Riesenfeld, in dem Rees und Emmerich liegen, könnte sofort von einem Unternehmen "gegriffen" werden. Bürgermeister Ulrich Francken aus Weeze kündigte an, dass die Gemeinde sich fachlichen Beistand suchen wird, um zu prüfen, welche Möglichkeiten eine Kommune hat, zu verhindern, dass ihr Gemeindegebiet als Aufsuchungsfeld freigegeben wird: "Es kann nicht sein, dass das über die Köpfe der Kommunen hinwegrauscht."

Doch die Einflussmöglichkeiten scheinen gering zu sein. "Die Firmen müssen nachweisen, dass sie über entsprechend Suchprogramme verfügen und wirtschaftlich in der Lage sind, das Projekt zu stemmen", erläutert Nörthen. Liegen diese Voraussetzungen vor, sei es schwer, die Erlaubnis zu verweigern. "Wir sind gezwungen, die Erlaubnisse zu erteilen, wenn es nicht im gesamten Feld Gründe gibt, die der Genehmigung entgegenstehen." Im Klartext: Wenn eine Kommune beispielsweise Trinkwasserschutzgebiet ist, aber eben nur Teil eines riesigen Feldes, müsste eine Erlaubnis trotzdem erteilt werden, weil nicht das ganze Gebiet Wasserschutzzone ist.

Neu ist, dass die Bezirksregierung jetzt die betroffenen Kommunen informiert. "Das gehört für uns zur Transparenz des Verfahrens dazu", sagt Nörthen. Früher hatte mancher kritisiert, dass er nur "hintenrum" erfahren habe, dass seine Kommune in einem Fracking-Feld liegt.

Gleichzeitig ist auf der linken Rheinseite ein neues Gebiet im Verfahren. Barbara Gas umfasst Teile der Gemeinden Rheinberg, Alpen, Kamp-Lintfort und Issum.

Quelle: RP
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