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Rees
Fracking: Zwei Flächen sind weg

Rees. Die Aufsuchungserlaubnisse für die zwei Saxon-Felder 1 und 2 sind erloschen. Niederrhein-Initiative bleibt dennoch wachsam. Denn linksrheinisch soll es bald neue Gebiete für die umstrittene Form der Gasförderung geben. Von Thomas Hesse

Die Fracking-Gegner vermelden einen Erfolg, was die fast ganz Hamminkeln umfassenden Erdgas-Untersuchungsfelder betrifft. Die Aufsuchungserlaubnisse für die zwei Saxon-Felder 1 und 2 sind erloschen.

"Die Initiativen gegen Gasbohren am Niederrhein sind erleichtert, dass in diesen Feldern derzeit keine Aufsuchungsmaßnahmen oder Probebohrungen durchgeführt werden. Aber die Situation muss weiter aufmerksam beobachtet werden. Die jetzt freigewordenen Felder stehen mit der Rückgabe wieder zur Disposition", sagte Gabriele Obschernicat von der Hamminkelner Interessengemeinschaft (IG) gegen Fracking.

Sie spielt damit auf linksrheinische Pläne an, neue Gasfelder zu erlauben. Alle Städte am Niederrhein hatten Front gegen die Fracking-Pläne gemacht. Auch Emmerich und Rees. Die Gewinnungsmethode unter Chemie-Einsatz gilt als gefährlich für Wasser und Boden.

Die Bezirksregierung in Arnsberg hatte die Veränderung auf ihrer Internetseite bekannt gegeben. Demnach hat die Firma Dart Energy ihre Erlaubnisse Ende November zurückgegeben. Zum Verfahren um Gasgewinnung aus sogenannten unkonventionellen Lagerstätten heißt es dort: "Auf Antrag der Rechtsinhaberin Dart Energy (Europe) Limited, ansässig in Stirling (Großbritannien), wurden die Erlaubnisse zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen gemäß Bundesberggesetz aufgehoben. Zielhorizonte der Aufsuchungsvorhaben waren Steinkohlenflöze und Tonschieferschichten."

Der vorausgegangene Wechsel der Antragsteller für Frackingvorhaben wirft auch ein Licht auf den Handel mit möglichen Fördergebieten. Die Erlaubnisse für die Bereiche (Saxon 1 West und Saxon 2) waren Ende 2008 bzw. Anfang 2009 der Firma Queensland Gas Company erteilt worden. Diese wurden später der Firma BG International Ltd. übertragen, die diese wiederum der Dart Energy weiterreichte. "Betriebspläne zur Durchführung von Aufsuchungsarbeiten in den Erlaubnisfeldern sind nicht vorgelegt worden. Die Aufsuchungsarbeiten beschränkten sich daher primär auf die Anfertigung von Studien", heißt es bei der Bezirksregierung.

Anfang Mai 2012 seien die Arbeiten unterbrochen worden, nachdem die Landesregierung im November 2011 ein "Quasi-Moratorium" für Bohrungen nach Gas in unkonventionellen Lagerstätten erlassen hatte. Dafür hatten die Städte und die Fracking-Gegner, denen die politische Entscheidung aber nicht weit genug gegangen war, lange gestritten.

Die Interessengemeinschaften sagen nun: "Mit Besorgnis beobachten wir die Beantragung eines neuen Aufsuchungsfeldes, genannt BarbaraGas, das an das Feld WeselGas angrenzt. Es überdeckt im Kreisgebiet Wesel Teile der Gemeinden Rheinberg, Alpen und Kamp-Lintfort, im Kreisgebiet Kleve Teile von Issum."

Aufmerksamkeit erregt bei den Gegnern die Nähe zu den Gasspeichern unterhalb von Xanten sowie zum Salzbergbau in Rheinberg.

Gabriele Obschernicat betonte: "Solange es kein umfassendes und rechtlich abgesichertes Frackingverbot gibt, ist weiterhin die Möglichkeit gegeben, Gas bzw. auch Öl mittels Fracking zu explorieren und zu fördern."

Quelle: RP
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