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Emmerich
Frede: Schule spricht mit Kirche

Emmerich: Frede: Schule spricht mit Kirche
Wilhelm Frede auf dem Gestapo-Foto vom 5. November 1941. Er wurde im KZ Sachsenhausen ermordet. Auf Bistumsebene wird derzeit ein Seligsprechungsverfahren untersucht. FOTO: Frede-Archiv
Emmerich. Die Mahnung von Propst Johannes Mecking in seiner Pfingstpredigt, den Namen des Klever Märtyrers weiter in Ehren zu halten, hat in der Schwanenstadt hohe Wellen geschlagen. Von Matthias Grass

Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing wird sich, wenn gewünscht, vermittelnd in die Diskussion um die Namensgebung der Gesamtschule Kleve und um das Andenken an Wilhelm Frede einbringen. Das ist ein Angebot, das seitens der Bürgermeisterin steht. Zunächst aber werden der Leiter der Gesamtschule, Jürgen Schmitz, und Propst Johannes Mecking miteinander reden, sagte sie jetzt . Nach diesem Gespräch könne man dann weiter sehen.

In seiner Pfingstpredigt hatte Propst Mecking von der Kanzel herunter gemahnt, den Namen des Märtyrers Wilhelm Frede in Andenken zu halten, ihn nicht aus den Namenslisten der Klever Schulen zu tilgen. Das zeigt, wie wichtig Mecking - und mit ihm vielen Klevern - das Andenken an Frede ist.

Frede wurde im KZ Sachsenhausen von den Nazis ermordet, weil er sich dem Regime entgegenstellte (so Paul Gerhard Küsters im Band I der Klevischen Lebensbilder), weil er jüdischen und verfolgten Mitbürgern zur Ausreise in die Niederlande verhalf und Leben rettete. Er wurde 66 Jahre alt. Frede war über 40 Jahre im Dienst des niederländischen Konsulats und wurde 1938 von Königin Wilhelmina in den Orden von Oranien-Nassau aufgenommen. Der Wahlspruch des Ordens: "Ich werde standhalten". Frede bezahlte für das Standhalten mit dem Tod.

Nach ihm wurde die Wilhelm-Frede-Hauptschule in Kleve benannt. Die Schule ist inzwischen aufgelöst, in ihr Gebäude wird die Gesamtschule ziehen. Die aus der Realschule an der Hoffmannallee hervorgegangene, erste Gesamtschule Kleve möchte aber nicht den Namen des Märtyrers tragen, beschloss die Schulkonferenz. Ein Beschluss, an den sich in der Regel der nachfolgende Schulausschuss der Stadt hält, weil laut Gesetz die Schulen ihren Namen selber finden und Vorgaben machen. Das sagten Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne), Petra Tekath (SPD) und Wolfgang Gebing (CDU) als Chefs ihrer Fraktionen unisono. Dennoch klang in anderen Gesprächen durch, dass die Politik überrascht war, den Namen "Am Forstgarten" zu hören. Man habe eigentlich damit gerechnet, dass die Schule an Frede festhalte.

"Es ist Sache der Schule, der Schulleitung, der Eltern, über den Namen der Schule zu diskutieren. Wir würden uns da nicht mit einer Weisung einmischen", sagt Petra Tekath (SPD), Vorsitzende des Schulausschusses. Zur Mahnung Meckings wirft sie ein, dass die Kirche doch ein Mitglied im Schulausschuss habe und sich schon dort hätte zu Wort melden können. Auch Hedwig Meyer-Wilmes (Grüne) fragt sich, warum die Kirche sich nicht dort zu Wort gemeldet hat. (Antwort: Ein Vertreter der Kirche fehlte in der Sitzung.) Sie erkenne die große Bedeutung Fredes an - und dass Mecking das Wort für Frede erhoben habe. Meyer-Wilmes findet die Argumentation Meckings in sich auch schlüssig, sagt sie: "Natürlich müssen wir das Andenken an Wilhelm Frede wahren." Aber das könne die Kirche auch, indem sie ein kirchliches Gebäude, beispielsweise ein Jugendheim, nach dem Märtyrer benenne.

Die Klever CDU bedauert den Verlauf der Diskussion. "Wir hätten es begrüßt, wenn die neue Schule den Namen Frede führen würde", so Fraktionschef Wolfgang Gebing.

Quelle: RP
 
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