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Haldern Countdown
Fünf rockende Bubis und ein echter Schlingel

Emmerich. Am 10. August beginnt das Haldern-Pop-Festival. RP-Redaktionsleiter Sebastian Peters hat sich die aktuellen Alben der Bands bereits angehört. Hier sein Urteil:

Shame - Ground Control Lange nicht mehr so eine aufregende Debütsingle gehört: Der Song "Gold Hole" der Londoner Band Shame hat alles, was es zu einem echten Hype braucht. Turbulentes Gitarrenspiel, angemessene Rotzigkeit und einen Refrain, den man nach zehn Sekunden für die Ewigkeit gespeichert hat. Die fünf 19-jährigen Bubis gelten als Liveereignis, was man angesichts dieser vitalen Songs der Debüt-EP gerne glauben mag. Mit dieser Musik kann man Bühnen fegen. The Fall und The Libertines sind hier die Paten, und wenn nicht alles schief geht, dann geht das mit diesen jungen Männern in eine ähnliche Richtung. Shame on you!

Klingt nach: The Fall, The Libertines

(Punkte: 4/5)

Faber - Sei ein Faber im Wind Der Züricher Songwriter Faber, bürgerlich Julian Pollina, ist ein Schlawuzi, ein Schalk, ein Schlingel. Auf seinem Debütalbum "Sei ein Faber im Wind" besingt er die gute alte Liebe, meist die im Status unvollendet. Seine Songs erzählen von Streunern und Halunken, zu viel Suff, zu viel Sex und von den existenziellen Erfahrungen in der Provinz: "In Paris brennen Autos, in Zürich ein Kamin." Mit tiefrauer Stimme wird das vorgetragen. Musikalisch setzt er dabei auf Chanson, Polka, Folk und Chanson. Ein Jaques Brel will er sein, in traurigen Balladen wie "Lass mich nicht los" gelingt das. Manchmal ist Faber mit seiner schelmischen Musik aber nur eine kleine Version von Charles Aznavour.

Klingt nach: Annenmaykantereit, Element Of Crime (Punkte: 4/5).

Radical Face - Family Tree: The Leaves Ben Cooper war früher Teil des Elektronikduos Electric President, seit 2006 konzentriert er sich auf Singer/Songwritermusik und hatte in diesem Kontext die Idee, eine Trilogie von Konzeptalben über die Familie aufzunehmen. Als dritter Teil dieser Serie ist "Family Tree: The Leaves" erschienen. Die Geschichte ist eine von Rückschlägen innerhalb einer fiktiven Familie Northcote. Die Songs sparen dunkle Kapitel wie den Missbrauch nicht aus, reflektieren die Familie gleichwohl als Identifikationsort. Die Basis dieser Musik ist der Folk, aber Cooper lässt diese durch Elektronik und Streicher sowie Elektronika oft zu kleinen Sinfonien werden. Berührend ist das, wie Familie eben immer berührt.

Klingt nach: Elliot Smith, Simon & Garfunkel (Punkte: 3/5).

The James Hunter Six - Hold On James Hunter ist ein britischer Soulmusiker, veröffentlichte 1996 sein erstes Soloalbum mit Unterstützung der Legende Van Morrison. Sein aktuelles Album hat Hunter mit Bandbegleitung aufgenommen. Diese Musik bringt den Soul und den Blues zusammen. Hunter hat eine rabenschwarze Stimme, er hat Mitmusiker gefunden, die mit großer Leichtigkeit zu Werke gehen. "Hold On" ist ein Album für die fröhlichen Stunden des Tages. Und es untermauert an mancher Stelle auch, warum James Hunter manchmal der weiße James Brown genannt wird.

Klingt nach: Ray Charles, James Brown (Punkte: 4/5)

Quelle: RP
 
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