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Emmerich
Für den Ernstfall gerüstet

Emmerich: Für den Ernstfall gerüstet
In dem Szenario brannte es bei der Firma Terwindt & Artz, einem holzverarbeitenden Betrieb. FOTO: Markus van Offern
Emmerich. Bei der Großübung der Kreis Klever Feuerwehren waren Wehr, Technisches Hilfswerk und die Hundestaffel des Malteser Hilfsdienstes im Einsatz. Das Fazit: Die Abläufe funktionieren. Von Monika Hartjes

Das Szenario, das sich am Samstagmorgen am Yachthafen zeigt, wirkt bedrohlich: Auf der Fackeldeystraße hat sich ein Unfall zwischen einem Bus und einem Fahrzeug, das Gefahrgüter transportiert, ereignet. Es gibt einen Toten, Kinder laufen vor Schreck weg. Zudem brennt es bei der Firma Terwindt & Arntz (T&A Paletten). Überall Feuerwehrleute und THW-Männer.

Die gute Nachricht: Bei diesem Szenario handelte es sich nur um eine Großübung der Kreis Klever Feuerwehren. "Wir machen regelmäßig Übungen, aber in so einem großen Rahmen hat bisher noch keine stattgefunden", sagte Martin Bettray, Leiter der Feuerwehr Emmerich, der die Übung leitete. Neben allen Emmericher Löschzügen waren auch Feuerwehren aus Kalkar und Rees dabei. Rund 130 Feuerwehrleute, darunter sechs Feuerwehrfrauen aus Emmerich, und etwa 40 THW-Leute waren im Einsatz. "Unsere wichtigsten Aufgaben waren, die Brandausbreitung bei T&A zu verhindern und beim Unfall zu helfen, wobei zunächst die vermissten Kinder gesucht werden mussten", so Bettray.

Der Einsatzleitwagen (ELW)1 aus Emmerich wurde vom ELW1 aus Rees und vom ELW2 des Kreises Kleve unterstützt. Für die Kommunikation musste über eine Relaisstation ein Funkkanal eingerichtet werden. Eine weitere Aufgabe war, dafür zu sorgen, dass das beim Löschzug Stadt Emmerich stationierte Hydrans-Fire-System (HFS) des Landes NRW und das Löschboot über einen längeren Zeitraum Löschwasser förderten. Dabei sollten erste Erfahrungen über die Leistungsfähigkeit des HFS gesammelt werden. "Diese Übung ist sehr wichtig gerade mit Blick auf die Betuwe", sagte Bettray.

Michael Biesterveld, Thorsten Backhausen, Ansgar Thüs (v.li.) in der Koordinationsstelle. FOTO: van Offern Markus

Ausgearbeitet und vorbereitet hat dieses Übungsszenario Martin Kroll, stellvertretender Leiter der Emmericher Feuerwehr. "Das Übungsszenario sollte so sein, dass die Einsatzkräfte mehrere Aufgaben und Problemstellungen lösen müssen, unter anderem Personensuche, Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bei Gefahrstoffen, Großbrandbekämpfung, Messen und Dekontaminieren", erklärte Kroll. Zudem waren "Überraschungen" eingebaut, so versuchten zwei falsche Presseleute von den Feuerwehrleuten Infos zu bekommen. "Einige bekamen wir, aber meistens verwiesen die Einsatzkräfte an den Einsatzleiter", erzählte Roland Helmes, Feuerwehrmann aus Dinslaken, der den Reporter spielte. Hinzu kam - natürlich nicht geplant - ein echter Unfall auf der Rheinbrücke, wo einige Feuerwehrleute ran mussten.

Das Übungsszenario meisterten die Feuerwehrleute, die vorher nicht eingeweiht waren, zur Zufriedenheit von Martin Bettray. Die Kinder wurden mithilfe der THW-Hundestaffel gefunden, die Unfallbeteiligten von Seelsorgern betreut, der Brand gelöscht.

"Wir konnten das ,Drehbuch' aber nicht eins zu eins umsetzen", sagte Kroll. Wegen Wartungsarbeiten war bei T&A der Strom ausgeschaltet, deshalb funktionierten die Pumpen für die interne Wasserversorgung nicht. "Hier müssen wir eine extra gesicherte Stromversorgung installieren. Positiv ist, dass wir diese Schwachstelle jetzt festgestellt haben", sagte Kroll. Andreas Rogall, seit zwei Wochen Managing Director bei T&A, freute sich über die Notfallübung. "Es ist gerade in einem holzverarbeitenden Betrieb wichtig, dass sich die Feuerwehr hier auskennt, da können im Notfall Minuten entscheidend sein."

Quelle: RP
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