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Rees
Für die Kinderhilfe nach Ghana

Rees. Die Reeser Gymnasiastin Bea-Talena Naves wird nach ihrem Schulabschluss im Sommer für ein Jahr nach Ghana reisen. Dort ist sie für die Kinderhilfe Westafrika im Einsatz und wird unter anderem bedürftige Kinder unterrichten. Von Michael Scholten

Aktuell ist Bea-Talena Naves noch mit den Vorbereitungen für ihr Abitur beschäftigt. Doch so mancher Gedanke schweift schon jetzt in Richtung Ghana. Nach dem Schulabschluss im Sommer wird die Gymnasiastin für die Kinderhilfe Westafrika arbeiten und ein Jahr lang im Norden des Landes bedürftige Kinder unterrichten. "Ich möchte die Lebenssituation der Kinder in Afrika kennenlernen und etwas Positives für sie bewegen", beschreibt die Reeserin ihre Motivation.

Durch Recherchen im Internet stieß Bea-Talena Naves auf die Kinderhilfe Westafrika. Die Organisation vermittelt Freiwillige nach Ghana, Benin und Burkina Faso. Die Partnerorganisation "Firm LifeLine Ministries" (FLM) fördert an sechs Orten im nördlichen Ghana Waisenkinder und anderweitig bedürftige Kinder. Sie besuchen die Grund- und weiterführende Schulen. "Viele dieser Kinder hätten ohne das Programm gar nicht die Möglichkeit zum Schulbesuch", sagt Bea-Talena Naves. Je nach finanzieller Situation der Familien unterstützt FLM die Kinder mit einer Schuluniform, Schuhen, Heften, Stiften. An vielen öffentlichen Schulen in Ghana ist das Unterrichtsniveau niedrig und die Klassen sind groß. Deshalb bietet die Organisation auch kostenlose Nachhilfestunden.

Für ihre Aufgabe in einem fremden Land fühlt sich Bea-Talena Naves gut gerüstet: "Ich habe im Sommer 2016 ein zweiwöchiges Praktikum an der Gemeinschaftsgrundschule Rees absolviert. Außerdem helfe ich manchmal im Kindergarten in Millingen." In ihrer eigenen Grundschulzeit beteiligte sie sich gern an Sternsinger-Aktionen und lernte früh, dass viele ärmere Länder auf die Unterstützung reicherer Industrienationen angewiesen sind. So wie aktuell auch ein Kindergarten in Uganda mit den Spenden gebaut wird, die von den Reeser Sternsingern gesammelt wurden.

Die Gymnasiastin fiebert dem Land Ghana und seinen 29 Millionen Einwohnern entgegen. Das Land grenzt an die Elfenbeinküste, Burkina Faso und Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea als Teil des Atlantischen Ozeans. Viele Ghanaer sprechen drei bis fünf Sprachen und regionale Dialekte, darunter die Amtssprache Englisch. Für Kinder ab sechs Jahren besteht eine allgemeine Schulpflicht, die mit einer sechsjährigen Grundschulzeit beginnt und mit einem dreijährigen Besuch der Junior Secondary School endet. Nach dem erfolgreichen Abschluss kann die höhere Bildung in der Senior Secondary School beginnen, deren Abschluss zum Besuch einer Universität berechtigt. Die Schulbildung erreicht inzwischen fast jedes Dorf, doch weil dort oft Studenten oder Abiturienten unterrichten, die ihren National Service, eine Art soziales Jahr, absolvieren, schwankt das Niveau stark.

Für Bea-Talena Naves beginnt die Arbeit für die Kinderhilfe Westafrika schon in Rees: Die Organisation erwartet von ihren Freiwilligen, dass sie in der Heimat Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt betreiben und Spenden sammeln, von denen ab dem Sommer 2018 die Kinder in Ghana profitieren. "Ich plane gemeinsam mit einer Freundin, die auch nach Afrika geht, eine Informationsveranstaltung", sagt die Gymnasiastin. Der Abend soll in Rees stattfinden, Ort und Zeit werden frühzeitig bekanntgegeben.

Zudem hofft Bea-Talena Naves auf Spenden. Diese können an die Kinderhilfe Westafrika e.V. auf das Konto IBAN: DE03 8305 0000 0000 6521 64 bei der Sparkasse Gera-Greiz überwiesen werden, mit dem Verwendungszweck: "Bea-Talena/Ghana" plus Name und Adresse des Spenders, damit die Organisation eine Spendenquittung ausstellen kann.

Die Reeserin freut sich nicht nur auf die Begegnung mit den afrikanischen Kindern, sondern auch auf die Schönheit des Landes. Nicht umsonst setzt Ghana auf eine wachsende Tourismusbranche. Zu den Attraktionen des Landes gehören die Strände der Atlantikküste, die Naturparks und Wildtierreservate sowie die Festungen der früheren Kolonialherren.

Besonders im Küstenbereich ist in den letzten Jahren eine aufstrebende Tourismusindustrie mit kleineren und mittelgroßen Hotelanlagen entstanden. Auch der Ökotourismus gewinnt in Ghana an Bedeutung. Vor allem das Volta-Delta wird gern von Wassersportlern und Vogelkundlern besucht.

Quelle: RP
 
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