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Emmerich
Gabi Hövelmann tritt aus CDU aus

Emmerich: Gabi Hövelmann tritt aus CDU aus
Austritt nach 33 Jahren: Gabriele Hövelmann. FOTO: privat
Emmerich. Ärger in der CDU: Die ehemalige Fraktionsgeschäftsführerin gibt ihre Mitgliedschaft auf und erhebt den Vorwurf, Fraktion und Stadtverband stünden nicht mehr für die Werte der Partei. Von Markus Balser

Von der Jungen Union bis in den Stadtrat: 33 Jahre war Gabriele Hövelmann überzeugte CDU-Frau. Doch jetzt hat die 51-Jährige einen überraschenden Schlussstrich gezogen. "Schweren Herzens habe ich mich entschlossen, meine Mitgliedschaft in der CDU aufzugeben", teilt sie mit.

Grund sei nicht die Unzufriedenheit mit der Bundes- oder Landes-CDU, vielmehr hätten Vorgänge innerhalb des Emmericher Stadtverbandes und der Fraktion dazu beigetragen.

Ihr Hauptvorwurf: Die Partei schere sich nicht mehr um die Werte, für die sie eigentlich stehe, nämlich Verantwortung, Dialog und Beteiligung sowie Gemeinschaft und Zusammenhalt.

Gabriele Hövelmann war lange Zeit Fraktionsgeschäftsführerin der CDU sowie Kassiererin/Schatzmeisterin. Nachdem sie bei den Wahlen 2014 ihren Sitz im Rat knapp verlor, hatte sie bei der Jahreshauptversammlung des CDU-Stadtverbandes auch ihr Amt als Kassiererin eingebüßt. Die Wahl hatte sie zunächst wegen eines formaljuristischen Fehlers mit einem Widerspruch angefochten, den Streit mit Stadtverbandsvorsitzenden Markus Elbers dann aber beigelegt.

"Diese Geschichte hat mit zwar wehgetan, aber nichts mit meiner jetzigen Entscheidung zu tun", bekräftigt Gabriele Hövelmann. Ihr gehe es vielmehr um den Umgang miteinander und Vorgänge innerhalb der Partei, die sie nicht mehr länger mittragen könne. So seien Dinge unter den Teppich gekehrt worden, die aus ihrer Sicht nicht länger zu tolerieren seien.

Auch habe sich die Politik der CDU in der letzten Zeit stark verändert. Statt einer Diskussionskultur würden nur noch wenige über Richtung und Personal entscheiden. Hinter den Kulissen tobe sogar ein Machtkampf.

Alles in allem habe die CDU 2015 nichts mehr mit der CDU gemein, die sie in Emmerich ursprünglich einmal kennen gelernt habe. Hövelmann: "Erstmals für den Rat kandiert habe ich, als Helmut Arntzen Fraktionsgeschäftführer der CDU in Emmerich war. Er ist bis heute mein politisches Vorbild. Mit meinem Verständnis von politischer Kultur einer christlichen Partei ist die jetzige Haltung der Emmericher CDU aber nicht mehr länger vereinbar."

Für die Emmericher CDU, die am 16. August ihr 70-jähriges Bestehen feiern will, sicher kein schönes Geburtstagsgeschenk.

Stadtverbandsvorsitzender Markus Elbers bedauert den Schritt: "Das ist schade, aber in meinen Augen offenbar eine Frustreaktion", sagt er gestern der Rheinischen Post.

Quelle: RP
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