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Angemerkt
Gecke Geheimnisse

Emmerich. Die Emmericher Karnevalisten sind immer froh, wenn sie mit ihrem Umzug und den Sitzungen in der Zeitung stehen. Doch jetzt ist das anders. Über Facebook hat das Groß Emmericher Carnevals Komitee (GECK) seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Am 1. September um 20 Uhr beginnt die Veranstaltung in den Leegmeer-Stuben am Hasenberg. Bei Facebook heißt es: "Zu dieser nicht öffentlichen Veranstaltung des GECK sind ausschließlich Mitglieder geladen. Sie findet ohne Anwesenheit der lokalen Presse statt." Unterschrieben hat das Schriftführer Ingo Binzen. Man kann davon ausgehen, dass das mit dem Vorstand des GECK so abgesprochen worden ist.

Wenn Vereine unter Ausschluss der Presse tagen wollen, gibt es in der Regel Dinge, die aus Sicht der Verantwortlichen brisant sind. In diesem Fall ist es möglicherweise der Rechenschaftsbericht des Vorstands.

Das ist aber nur eine Vermutung. Sie liegt nahe, weil vor wenigen Wochen auch der Bürgerverein Emmerich heimlich seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung einlud. Das war im PAN. Und da gab es ordentlich Reibereien, als es um die Finanzen des Vereins ging. Die Kassenlage beim Bürgerverein ist zwar in Ordnung. Kritik gab es allerdings, weil im Traditionsverein bis dahin niemand aufgelistet hatte, wo bei welchen Veranstaltungen welches Minus die Kasse belastet hat. Vielleicht hat der Bürgerverein-Vorstand eine solche Debatte befürchtet. Oder vielleicht auch eine Diskussion darüber, wie es denn nun mit der "Karnevalsabteilung" des Bürgervereins aussieht, nachdem sich ein großer Teil davon vom Bürgerverein abgewandt und eine recht erfolgreiche eigene Session als eigener Verein auf die Beine gestellt hat.

Die Geheimniskrämerei der GECK-Spitze ist auch bei den Mitgliedern nicht unbedingt nur auf Gegenliebe gestoßen. "Altgediente" GECK-Verantwortliche haben gegenüber der Rheinischen Post bereits erklärt, dass sie die Entscheidung bedauern. Über Jahre habe sich ein sehr gutes Vertrauensverhältnis des Vereins zur Presse entwickelt. Nun riskiere man das und informiere die Zeitungen nicht einmal mehr über die Veranstaltung und begründe, warum die Nicht-Öffentlichkeit hergestellt werden solle.

Gespannt darf man sein, ob und wie wie sich das GECK nach dem 1. September zu seiner Mitgliederversammlung äußert. Vielleicht wieder bei Facebook?

Beim Bürgerverein geschah das jedenfalls mit einigen Bildchen vom geselligen Teil und dem Hinweis, das alles es ein sehr harmonischer Abend gewesen sei. Dass es kritische Fragen zu den Finanzen und der Kassenführung gegeben hatte, war den Verantwortlichen des Vereins keine Silbe wert.

PS: Die Vrasselter Schützen treffen sich Freitag auch nicht öffentlich zur Mitgliederversammlung.

Wetten, dass es auch um Geld geht...

Quelle: RP
 
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