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Emmerich
Gefangener aus Forensik geflohen: Pfleger verletzt

Emmerich. Der Flüchtige ist möglicherweise bewaffnet. Ein zweiter Insasse scheiterte beim Fluchtversuch. Von Marc Cattelaens

Die Polizei ist auf der Suche nach einem Ausbrecher aus der LVR-Klinik in Bedburg-Hau. Der Mann ist möglicherweise bewaffnet. Am Donnerstagabend, gegen 23.20 Uhr, gelang es dem 35-jährigen Insassen der Forensik, aus einer geschlossenen Abteilung der LVR-Klinik zu entkommen, so die Polizei. Seitdem ist er auf der Flucht.

Nachdem sie zuvor mit weiteren Insassen das Pflegepersonal bedroht und körperlich attackiert hatte, gelangten zwei Täter in den von einem hohen Zaun beziehungsweise einer vier bis fünf Meter hohen Mauer umgebenen Hof des Gebäudes.

Dem 35-jährigen gelang es dann, eine zusätzlich mit Stacheldraht bestückte Mauer zu überklettern und zu flüchten. Der zweite Insasse, 28 Jahre alt, schaffte dieses nicht, und er konnte von eingesetzten Polizeikräften zur Aufgabe überredet und festgenommen werden. Ein von den Tätern schwer verletzter Pfleger wurde in einem örtlichen Krankenhaus behandelt, inzwischen hat er die Klinik wieder verlassen.

Eine groß angelegte Fahndung der Polizei, unter anderem mit einem Hubschrauber, führte bis Redaktionsschluss gestern nicht zur Festnahme des Flüchtigen. Der Mann war wegen Wohnungseinbruchdiebstahls in drei Fällen und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Laut LVR-Pressestelle wurde nach Paragraf 64 eine Einbringung in eine Entziehungsanstalt angeordnet. In der Forensik befand er sich seit November 2016.

Er wird wie folgt beschrieben: 1,68 Meter groß; kurze, dunkelblonde Haare; sehr sportliche, muskulöse Figur, etwa 75 Kilogramm schwer; bekleidet mit einem lilafarbenen T-Shirt und einer blauen Hose.

Die Polizei warnt: "Vorsicht, der Flüchtige könnte bewaffnet sein. Er sollte daher nicht angesprochen werden." Er wird als gefährlich eingestuft. Bei der Waffe könnte es sich um einen selbstgebastelten messerähnlichen Gegenstand handeln, so die Polizei. Ob der Mann den Pfleger mit dieser Waffe verletzt hat, konnte Polizei-Sprecher Manfred Jakobi gestern nicht sagen.

Der Flüchtige stammt aus dem Raum Bonn/Siegburg. Da der Gesuchte Kontakte dort hat, schließt die Polizei nicht aus, dass er sich derzeit in diesem Bereich aufhält. Es ist aber auch möglich, dass sich er noch im Kleverland befindet.

Wer den 35-Jährigen antrifft, sollte ihn nicht ansprechen und sofort die Polizei unter die Notrufnummer 110 anrufen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes wurde der Name des Straftäters genannt und sein Foto gezeigt aufgrund der öffentlichen Fahndung. Da er nun gefasst wurde, haben wir beides entfernt.

Quelle: RP
 
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