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Emmerich
Geheimsache Königsbogen in Vrasselt

Emmerich: Geheimsache Königsbogen in Vrasselt
Pssst! Leise, damit die Anderen nix mitkriegen! Ein Gruppenfoto als eine Art Geheimauftrag. So einen Auftrag hat RP-Fotograf Markus van Offern auch nicht jeden Tag. FOTO: mvo
Emmerich. Nachbarn auf der Verbindungsstraße mit einer rieisgen Überraschung für Köningspaar Gabi und Josef Landers. Von Monika Hartjes

Alles begann damit, dass Josef Landers im letzten Jahr Schützenkönig der Vrasselter St. Antonius-Schützen wurde. Drei Anläufe waren nötig. Umso größer war die Freude nicht nur bei der Majestät und seiner Königin Gabi, sondern auch bei der Nachbarschaft. Und die wollte der Verbindungsstraße-Majestät etwas Besonderes bieten, zumal Sohn Luis auch noch Vizekönig wurde.

"Nicht einfach nur kränzen, nein, wir wollten etwas Außergewöhnliches", sagte Nachbar Arno Rudolph. Der wiederum gehört seit 30 Jahren der St. Petrus- und St. Sebastianus-Bruderschaft Lüttelbracht Genholt bei Brüggen an, wo er gebürtig herkommt. Und dort - "op de gönne Kant" - ist es Tradition, einen Königsbogen aufzustellen. Da man diesen auf der rechten Rheinseite nicht kennt, brachte er Fotos mit, um den Nachbarn zu zeigen, wie so ein Königsbogen aussieht. "Die Dimensionen waren nicht darauf zu erkennen", schmunzelte Rudolph.

Das Grundgerüst aus Holz und Kaninchendraht konnte man von "Arnos Bruderschaft" ausleihen. Als es in Vrasselt ankam, waren alle erstaunt: sieben Meter lang und drei Meter hoch. Das zu verzieren, brauchte viele Männer, Frauen und Kinder. Und so packten alle mit an -vom siebenjährigen Connor bis zur 85-jährigen Hannelore Roschau.

Am 24. März begann das Röschenbasteln. Immer am Dienstag- und Donnerstagabend kamen so 15 bis 20 Leute vier Wochen lang in Rudolphs Garage zusammen, um die Krepppapierblumen herzustellen - 6000 Stück, je 2000 in gelb für die Krone, in grün und in weiß. Diese wurden auf kleine Brettchen getackert - 20 Röschen auf 75 Zentimeter, insgesamt 87 laufende Meter für die Umrandung des Königsbogens. Dieser "Bogen" gleicht eher einer Mauer mit Fenster- und Türausschnitten. Diese "Mauer" sollte begrünt werden. Eine große Tanne im Garten von Michael und Sabine Janßen musste ihre Äste dafür lassen. Fünf Schubkarren voll Tannengrün wurden gebraucht.

Das Beste an der Aktion: Das Königspaar wusste nichts davon. "Sie sind zwar etwas verwundert über die regelmäßige Völkerwanderung zu uns, aber wir erklärten das dann mit Vorbereitungen für die Hochzeit ihrer Tochter Lisette, die am Samstag nach dem Schützenfest heiratet", lachte Arno Rudolph.

Der Aufbau am gestrigen Freitag wurde strategisch exakt vorbereitet. Um 15.30 Uhr traf sich die Nachbarschaft, um den Bogen auseinander zu nehmen. Dann hieß es abwarten, bis die von Anfang an in das Projekt eingeweihten Königstöchter Lisette und Linda, die übrigens am 1. August geheiratet hat, ihre Eltern zum Essen "entführt" hatten, damit der Aufbau vor dem Haus an der Verbindungsstraße 26 gestartet werden konnte. "Rund drei Stunden brauchen wir", schätzte Nachbar Arno. Da werden Josef und Gabi beim Wiederkommen wohl Bauklötze gestaunt haben.

Quelle: RP
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