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Rees
Gemäldebewertung: Kunst oder Krempel?

Rees. Kunst oder Krempel? Antworten auf diese Frage erhofften sich die Besucher der zehnten Gemäldebewertung im Museum Koenraad Bosman. Der Galerist Heinz Janssen aus Kevelaer begutachtete in sechs Stunden mehr als 120 Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen. Deren Besitzer zahlten zehn Euro pro mündlicher Expertise. Im Dialog mit Heinz Janssen wurde ermittelt, woher die Werke stammen, wie alt und wie bedeutend sie sind und was Kunstsammler heute dafür zahlen würden.

"Einige möchten die Kunst verkaufen, andere möchten sie behalten und wollen die Gewissheit haben, dass die Bilder richtig versichert sind", sagt Heinz Janssen. Neben dem Gros an gegenständlicher Kunst, zum Beispiel aus der Düsseldorfer und Klever Schule, wurden dem Galeristen diesmal auch zwei sehr moderne Bilder vorgelegt. "Die Besitzer wussten selbst nicht so genau, was sie da geerbt haben, und freuten sich über die Marktpreise von 3000 bis 5000 Euro", sagt Heinz Janssen.

Bei anderen Besuchern blieb dagegen die positive Überraschung aus. Sie waren enttäuscht, als sich die erhofften Schätze als Massenware aus dem unteren Preissegment entpuppten. Für eines hat Heinz Janssen aber gar kein Verständnis: "In manchen Fällen verhökern junge Leute wirklich gute Kunst, die sie von ihren Eltern oder Großeltern geerbt haben, weil sie die Bilder nicht mögen. Dann stellen sie ein echtes Kunstwerk neben die Mülltonne und behängen ihre Wände mit diesem IKEA-Mist.

" Statt vorschnell zu verkaufen, rät Janssen dazu, die ungeliebte Kunst fachmännisch zu lagern und an die nächste Generation zu vererben: "Der Geschmack ändert sich, in Wellenbewegungen kommt alles wieder." Zudem gebe es gute Möglichkeiten, ältere Bilder in ein modernes Wohnumfeld einzubauen: "Das gibt ein schönes Spannungsfeld", sagt Janssen, der seit 40 Jahren eine Galerie am Kapellenplatz in Kevelaer betreibt. Wer sich dennoch von seiner Kunst trennen möchte, hat am 19.

und 20. November bei der zehnten Gemäldebörse im Museum Koenraad Bosman die Gelegenheit. An dem Wochenende können Interessenten ihre Kunstwerke aus Privatbesitz jeweils von 11 bis 17 Uhr zum Kauf anbieten. Dabei besteht keine Anwesenheitspflicht für die Besitzer, wohl aber überlassen sie zehn Prozent des Verkaufserlös dem Museum. Anmeldungen für maximal fünf Kunstwerke müssen bis zum 6. November erfolgen. Die Formulare gibt es an der Infothek im Reeser Rathaus sowie online unter stadt-rees.

de in der Rubrik "Tourismus, Freizeit und Kultur" und unter Telefon 02851 51187. Laut Heinz Janssen bietet die Reeser Gemäldebörse eine gute Gelegenheit, "hohe Qualität für relativ kleines Geld" zu erwerben. Jedoch habe sich in den letzten Jahren gezeigt, dass manche Käufer nicht die Kunstgeschichte als wesentliches Kriterium haben, sondern vor allem danach gehen, was ihnen persönlich gefällt. "Dann wird halt doch manchmal zur minderen Qualität für 200 Euro gegriffen, während ein Vertreter der Düsseldorfer Schule für 400 Euro keinen Käufer findet.

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(ms)
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