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Gemäldebörse: Neue Gebühr, weniger Bilder

Rees: Gemäldebörse: Neue Gebühr, weniger Bilder
Ob kaufen oder nur gucken: Die Gemäldebörse lohnte sich auch dieses Jahr für alle Besucher und Altersklassen. FOTO: Markus van Offern
Rees. Bei der Gemäldebörse im Museum Koenraad Bosman gab es mehr Qualität als Masse zu sehen. Doch einige sehen die neu eingeführten Gebühren kritisch. Die Zahl der Anbieter hat sich nahezu halbiert. Von Michael Scholten

Bei der traditionellen Gemäldebörse im Museum Koenraad Bosman wurde diesmal nicht nur über die Kunst diskutiert, sondern auch über die neuen Regeln: Durften alle Künstler und Kunstsammler bisher ihre Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen kostenlos zum Kauf anbieten, war nun erstmals eine Gebühr von fünf Euro pro Bild fällig. Das machte sich an den Wänden durchaus bemerkbar: Statt 343 Bildern, die bei der Vorjahresbörse einen neuen Rekord aufstellten, wurden diesmal nur 171 angeboten. Auch die Zahl der Anbieter hatte sich nahezu halbiert: 59 statt vormals 102.

Fürsprecher dieser neuen Regelung lobten, dass nun "mehr Qualität als Masse" an den Wänden zu sehen und der "Flohmarktcharakter" früherer Börsen vorbei sei. Auch ein hauptberuflicher Galerist zahlte gern die Gebühren: "Ich habe nun weniger private Konkurrenz, wodurch meine Chancen steigen, mehr Bilder zu verkaufen." Gegner der neuen Gebührenordnung sahen in der Halbierung des Angebotes ein "erstes Anzeichen für die Abschaffung" der Gemäldebörse: "Wenn sich rumspricht, dass hier nur noch wenige Bilder angeboten werden, bleiben auch die Besucher aus. Ich kenne, ehrlich gesagt, kein anderes Museum, dass freiwillig auf mehrere hundert Besucher an einem einzigen Wochenende verzichtet", sagte ein Besucher.

Dem Besucherandrang schadete die Gebührenregelung vorerst nicht. Am Samstagvormittag kamen allein innerhalb der ersten zwei Stunden mehr als 100 Kunstinteressenten ins Museum, am Ende wurden 26 Bilder verkauft. Eine Besucherin aus Bislich war glücklich, einen großformatigen Druck von Käthe Kollwitz für 50 Euro zu erwerben. Die Preisspanne der Werke reichte von 15 Euro für ein Landschaftsbild vom mächtigen Watzmann bis 2700 Euro für eine feinteilige Studie diverser Schmetterlingsarten. Vom Erlös jedes Bildes flossen zehn Prozent an das Museum.

Das Angebot war ein illustrer Streifzug durch Epochen, Regionen und Stilrichtungen: Niederrheinische Landschaften oder deutsche Wälder mit röhrenden Hirschen wechselten sich ab mit farbenfrohen Bildergeschichten aus Äthiopien, Kunstdrucken von Salvador Dali und filigranen Stilleben einheimischer Pflanzen. Zu den Bildern bekannter Niederrhein-Maler wie Helmut Liesegang, Hein Scholten und Willi Angenendt gesellte sich moderne Kunst zeitgenössischer Maler und Illustratoren, die neben der großen weiten Welt auch vertraute Sehenswürdigkeiten der Region auf die Leinwand gebracht hatten.

So lohnte sich der Besuch der Gemäldebörse auch für diejenigen, die gar nichts kaufen sondern einfach nur gucken wollten. Auch sie studierten eifrig die Preisliste, um Titel und Künstler jener Bilder zu finden, die ihnen angenehm ins Auge gesprungen waren.

Quelle: RP
 
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