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Rees
Gemeinsam an die erste heilige Kommunion zurückdenken

Rees. Der Weiße Sonntag ist der Tag, an dem junge Christen die erste heilige Kommunion empfangen. Für manche ist der Tag schon lange her - 70 Jahre. Damit die Erinnerung nicht ganz verblasst, organisieren Bernhard Obbeck und Irmgard Kujath jährlich ein Treffen für die Jubilare. Ab dem 25-jährigen Jubiläum wird man geladen. Dann bei dem 50-, 60-, 65- und 70-jährigem Jubiläum. Doch in diesem Jahr hatte Kujath, die sich sonst um die jungen Jubilare kümmert, leichtes Spiel. "1991 gab es in Mehr keine Erstkommunion", erläutert sie. Damals habe man eine Umstellung vorgenommen und es sind nicht mehr die Zweitklässler, sondern die Drittklässler zur Kommunion gegangen. Und so waren an diesem Samstag erst die Jubilare ab 50 Jahre geladen.

"Insgesamt haben wir 98 angeschrieben, rund 60 haben geantwortet und knapp 30 sind gekommen", erläutert Obbeck. "Bereits seit 1935 gibt es das Treffen der Jubilare", weiß er. Der damalige Pastor Karl Esser hat seinerzeit die Tradition ins Leben gerufen und seither hat sie Bestand. Zunächst wurde gemeinsam der Gottesdienst in der St. Vincentiuskirche in Mehr mit Pater Rajakumar Santiagu gefeiert, ehe es dann zu Kaffee und Schnittchen in die Gaststätte "Zum Hirsch" zum gemütlichen Teil ging. Und schnell kommen die Jubilare ins Gespräch.

Maria Mrosek, geborene Artmann, hat ihr Kommunionskärtchen mitgebracht. Gut lesbar ist das Datum. Es ist der 28. April 1946. Die Kirche war zu der Zeit noch vom Krieg zerstört, die Kommunion fand daher im Schwesternhaus statt. Auch der Kommunionsunterricht wurde von den Schwestern gehalten.

Allerdings war es zu dieser Zeit noch selbstverständlich, zur Erstkommunion zu gehen. "Man ist nicht gefragt worden", betonen die Frauen. Und natürlich war auch nicht alles eitel Sonnenschein. "Am zweiten Tag kamen die Tanten und Onkel", erinnert sich Wilma Sommer, geborene Lasthuis. "Dann sagte mein Vater: Jetzt musst du vorbeten". Doch sie habe nicht gewollt. "Man war ja noch schüchtern in dem Alter." Da wurde sie rausgeschickt und durfte erst wieder kommen, wenn sie vorbetet. "Das werde ich nie vergessen", betont sie

(ste)
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