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Emmerich
Mitarbeiter von Kao Chemicals an Bord der Unglücksmaschine

Die Unglücksstelle am Tag nach dem Absturz
Die Unglücksstelle am Tag nach dem Absturz FOTO: dpa, sh
Emmerich. Zwei Mitarbeiter wollten von der Europazentrale in Barcelona zu einem Geschäftstreffen in Kleve. Von Ludwig Krause und Christian Hagemann

Trauer und Entsetzen am Dienstag im Klever Rilano Hotel. Zwei Passagiere des Germanwings-Fliegers 4U9525 wollten dort gegen Mittag einchecken - vergebens warteten Bekannten und Arbeitskollegen auf sie.

Wie das Unternehmen Kao Chemicals Europe mit Deutschland-Sitz in Emmerich gestern offiziell bestätigte, waren der KCE-Vize-Präsident Josep S. und Bereichsleiter Hans Peter R. mit an Bord der Unglücksmaschine, die in den französischen Alpen abgestürzt ist. Vom Europasitz in Barcelona wollten die beiden führenden Mitarbeiter an einem Geschäftstreffen mit Abendessen in dem Klever Hotel teilnehmen. Hinweise, dass ursprünglich noch mehr Mitarbeiter des Unternehmens mit an Bord der Maschine sein sollten, dementierte der Präsident der Kao Chemicals GmbH, Herbert Tripp aus Bedburg-Hau, auf RP-Nachfrage. Statt an Bord des Unglücksfliegers zu sitzen, waren sie schon einen Tag zuvor in Kleve eingetroffen.

Fotos: Angela Merkel am Ort des Unglücks FOTO: dpa, kne kno

Als sich die Nachricht vom Absturz verbreitete, sei das Treffen umgehend abgesagt worden, heißt es. Die Teilnehmer sollen vorzeitig abgereist sein. Auch am Hotel sorgte das Unglück für Bestürzung. Hans Peter R. pendelte häufig zwischen Spanien und Kleve. Er war Stammgast in dem Haus, soll auch gegenüber dem Personal stets freundlich und zuvorkommend aufgetreten sein. Man habe noch gehofft, dass die beiden Mitarbeiter die Maschine verpasst hätten, auch wenn jeglicher Versuch, sie telefonisch zu erreichen, gescheitert war.

Am Nachmittag kam die Bestätigung, dass die beiden Männer eingecheckt hatten. Kao Chemicals bekundet auf seiner Internetpräsenz Trauer: "In Memorian der Opfer von Germanwings Flugnummer 4U9525" heißt es dort neben einer schwarzen Schleife. Niemand geht derzeit davon aus, in den Trümmern der abgestürzten Maschine noch Überlebende zu finden.

Trauer in Düsseldorf nach Flugzeugabsturz FOTO: Bretz, Andreas

Das Unternehmen Kao Chemicals beschäftigt weltweit mehr als 19 000 Mitarbeiter. Seit 1957 ist es auch am Standort Emmerich vertreten. Kao ist einer der zehn größten Arbeitgeber der Stadt. Zu den Produkten der Firma gehören Chemiebasisstoffe, die unter anderem für die Haar- und Körperpflege oder in Waschmitteln verwendet werden.

Auch die Klever Schulen reagierten erschüttert über den Absturz, bei dem 16 Schüler und zwei Lehrer aus Haltern ums Leben gekommen waren. So verzichtete der Abiturjahrgang des Stein-Gymnasiums gestern laut Sekretariat auf Musik und Partystimmung während der sogenannten Mottowoche.

Quelle: RP
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