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Emmerich
Gesamtschüler lernen jetzt Chinesisch

Emmerich: Gesamtschüler lernen jetzt Chinesisch
Xing Xie lebt seit 2011 in Deutschland. Als die Gesamtschule einen Chinesisch-Kursus anbieten wollte, meldete sie sich. So ganz nebenbei bringt sie den Kindern auch die chinesische Kultur näher. FOTO: Erwin Pottgiesser
Emmerich. Nach Schulschluss lernen einige Jungen und Mädchen am Brink freiwillig Mandarin. Das ist Hochchinesisch. Hinter der englischen Sprache ist es die am zweithäufigsten gesprochene Weltsprache. Muttersprachlerin Xing Xie bring es bei.

Wer am Dienstag in der siebten Stunde die städtische Gesamtschule betritt, wird mit einem freudestrahlenden "Ni hao" begrüßt. Fünf Schüler der sechsten Klasse lernen hier Chinesisch mit der Muttersprachlerin Xing Xie. Nach Schulschluss nehmen sich Stephanie Gironce, Lena Köpp, Josie Werkhausen und zwei Jungs Zeit, um die Grundlagen der Sprache zu lernen und etwas über die Kultur zu erfahren.

Dieses Mal sind nur die drei Mädchen gekommen. "Die Jungs haben Fußball", erklärt Lena. Die Schnellhefter mit den Übungsaufgaben liegen schon auf dem Tisch bereit. Frau Xie hat ein Spiel vorbereitet. Auf kleinen weißen Karteikarten sind Schriftzeichen aufgemalt und passend dazu die deutschen Übersetzungen: ein Rechteck für Mund, drei unterschiedlich lange Linien für die Zahl Drei. Jetzt sind die Mädchen dran und ordnen den Zeichen die richtigen Begriffe zu. Frau Xie gestikuliert viel. Mit den Händen malt sie die Konturen von Hügeln in die Luft. Was ist das wohl? Die elf Jahre alte Stephanie weiß es: Berge. Eselsbrücken helfen, sich die Schriftzeichen einzuprägen. Für Lena sieht das Zeichen für die Zahl Vier aus wie ein kleines Fenster mit Gardinen. Stephanie findet, dass das Zeichen für Zehn auch ein Plus sein könnte.

Ist die Bedeutung bekannt, geht es ans Training der Aussprache. Ungewohnte Laute dringen durch den Raum. Frau Xie erklärt, dass das chinesische E nicht wie hier ausgesprochen wird, sondern mehr wie gepresstes "öh".

Ganz nebenbei lernen die Drei auch, dass hierzulande der Elektronikkonzern Huawei ganz falsch ausgesprochen wird. "Huaawey", trifft es schon eher. Frau Xie spricht die Wörter vor, betont jede Silbe ganz genau. Anschließend wird gemeinsam im Chor wiederholt. Der ernste Teil der Stunde ist vorbei. Frau Xie holt vier kleine Reisschalen heraus. Sie hat gekocht, gebratenen Reis mit Mais und Fleisch. Essstäbchen hat sie auch mitgebracht. Stephanie weiß schon, wie es geht und erklärt auch Lena, wo die Finger hinkommen. So richtig klappen will es bei ihr nicht. Die Reiskörner wollen einfach nicht so, wie sie will, und so greift sie kurzerhand zum Löffel. Während die Mädchen essen, zeigt Frau Xie Bilder vom chinesischen Neujahrsfest. Das wurde dieses Jahr am 8. Februar gefeiert. Feuerwerk, rote und goldene Lampions sind auf den Fotos zu sehen.

Die 46-jährige Xing Xie erzählt gerne von ihrer Heimat. Seit 2011 ist sie in Deutschland. Die Mutter eines Schülers hatte den Kontakt zur Gesamtschule hergestellt. Die Idee, einen Chinesisch-Kursus anzubieten, stand im Raum, nur der Lehrer fehlte. Da meldete sich Xing Xie freiwillig. Schulleiterin Christiane Feldmann ist sehr froh darüber. Sie plant das Projekt auszubauen und Chinesisch ab der achten Klasse als Fremdsprache anzubieten. "Wir wollen unseren Schülern alle Chancen bieten", sagt Feldmann.

(kwa)
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