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Rees
"Geschichtsfreund": größer, dicker, bunter

Rees: "Geschichtsfreund": größer, dicker, bunter
Heinz Wellmann, Helmut Heckmann, Hermann Venhoeven und Dirk Kleinwegen präsentieren die Jubiläumsausgabe vom "Reeser Geschichtsfreund". FOTO: ms
Rees. Der zehnte "Reeser Geschichtsfreund" ist ab Samstag erhältlich - zum 30-jährigen Bestehen des Geschichtsvereins Ressa in neuem Format und mit fast doppelt so vielen Seiten wie sonst. Von Michael Scholten

Größer, dicker, bunter: Der zehnte "Reeser Geschichtsfreund" erscheint zum 30-jährigen Bestehen des Geschichtsvereins Ressa in neuem Format und mit doppelter Seitenzahl. Auf fast 160 Seiten blicken Vorstandsmitglieder und weitere Autoren in 13 reich bebilderten Beiträgen auf die Geschichte der Stadt Rees und des Niederrheins zurück. Das Hardcover-Buch ist ab Samstag in der Bücherecke und im Rathaus für zwölf Euro erhältlich. Den 121 Ressa-Mitgliedern wird der "Geschichtsfreund" gratis zugesandt. Im selben Umschlag finden die Mitglieder ein Sonderheft, in dem sich Heinz Belting mit der Geschichte der Reeser Kirchenglocken befasst.

Ressa-Schriftführer Helmut Heckmann, der den "Geschichtsfreund" vor zehn Jahren aus der Taufe hob, schrieb vier Beiträge für die Jubiläumsausgabe. Der erste befasst sich mit der Explosion eines mit Dynamit beladenen Schiffes auf Höhe Schenkenschanz, bei der im Jahr 1895 insgesamt 14 Menschen ums Leben kamen. Zudem recherchierte er über das nie ausgeführte Rhein-Issel-Kanal-Projekt, das im 19. Jahrhundert den Rhein direkt mit der Nordsee verbinden sollte. Das frühe Postwesen der Stadt Rees hat Helmut Heckmann ebenso beschrieben wie die Odyssee eines Basaltkreuzes, das einst vom Reeser Kirchhof nach Kleve kam, jetzt aber nach Rees zurückgeführt wurde und im Ressa-Jubiläumsjahr 2017 wieder in Rees aufgestellt werden soll.

Vor dem Delltor stand das alte Postamt der Stadt Rees, links im Bild mit dem hohen Giebel. FOTO: Stadtarchiv/ Kolorierung Helmut Heckmann

Als "Nachruf" auf das verstorbene Ressa-Mitglied Paul Schmeling (1942-2016) wertet Heckmann einen Bericht, den er auf Basis von Schmelings Texten über alte Kunstwerke in der Kirche St. Lambertus Haffen verfasst hat. Die Recherchen führten zufällig auf die Spur längst zerstörter Kirchenfenster von Friedrich Stummel. Sie stehen auch im Mittelpunkt einer aktuelllen Ausstellung in Kevelaer, die der Geschichtsverein am morgigen Samstag besucht.

Gründungsmitglied Hermann Voß blickt im Jubiläumsbuch auf die Geburtsstunde des "Vereins für Geschichte und Brauchtum Rees" im Jahr 1987 zurück. Heinz Belting schrieb über die "Glockenwooj" und deren heutige Reste am Reeser Banndeich. Der 23-jährige Student Dennis Breuer, ein Enkel von Ressa-Beisitzer Hermann Venhoeven, befasste sich mit dem Widerstand auf Reeser Seite beim Rheinübergang der Alliierten im Kriegsjahr 1945. Aus der Feder des verstorbenen Stadtarchivars Hermann Terlinden stammt die Geschichte der "Alten Siedlung" in Rees. Sie war 1934 durch das Reichsheimstättengesetzes errichtet worden. Ein weiterer Beitrag widmet sich der Eyland-Pfeifenfabrik, die Ernst und Elisabeth Lanius in den 1960er Jahren im Schatten der Scholten-Mühle gründeten. Anders als die großen Pfeifenhersteller Oldenkott und Dobbelmann kennt heute kaum ein Reeser dieses Familienunternehmen, das im Januar 1970 durch einen Großbrand ausgelöscht wurde.

Vorstandsmitglied Klaus Kuhlen schrieb im "Geschichtsfreund" über das Leben und Schaffen des in Rees geborenen Kaplans Carl Jaspers, dessen Kirchenlieder bis heute von mehreren Gemeinden gesungen werden. Zudem schreib Kuhlen über die Laienspielgruppe der Kolpingfamilie, die einst 25 Mundartstücke auf Reeser Bühnen aufführte.

Der "Geschichtsfreund" schließt mit einer Vorschau auf die Ausflüge und Vorträge im Jahr 2017 und mit Informationen zum Geschichtswettbewerb für Schüler. Sie sollen im Gespräch mit Zeitzeugen ermitteln, wie die Reeser in den Nachkriegsjahren 1945 bis 1955 lebten. Die besten Beiträge werden mit Preisgeldern von insgesamt 600 Euro prämiert. Die jungen Autoren erhalten ihre Preise beim Jubiläumsfest am Samstag, 19. August, in der Burgruine Empel. Der Ressa-Vorstand hofft, auf diese Weise junge Menschen für die Geschichte ihrer Heimatstadt begeistern zu können. Wer dem Verein beitreten möchte, ist bis zum Alter von 18 Jahren von der Jahresgebühr befreit.

Quelle: RP
 
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