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Isselburg
Große Resonanz auf MS-Tag in Anholt

Isselburg. Diagnose MS: Ein Schock für die meisten Betroffenen. Der Wunsch, ein ganz normales Leben zu führen, wird plötzlich von vielen Sorgen und Ängsten überschattet und scheint unerfüllbar. Doch auch MS-Erkrankte haben einen Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben, und zwar in allen Lebensbereichen.

Mit der Absicht, Betroffenen genau diese Nachricht zu übermitteln, lud das Augustahospital Anholt jetzt zum sechsten Mal Ärzte, Betroffene und Angehörige zum MS-Tag ein.

Das Anholter MS-Schwerpunktzentrum legte diesmal besonderen Wert darauf, Erkrankten Anstöße zur Selbsthilfe zu geben. Fachvorträge und ein Sport- und Beratungsprogramm gaben den rund 100 Teilnehmern dazu die Möglichkeit.

Einige MS-Patienten und Angehörige besuchten die Pflegesprechstunde und holten sich Tipps und Tricks für die Versorgung im Alltag und die Verwendung von Hilfsmitteln ein. Unter dem Motto "Finde heraus, was gut für dich ist!" präsentierte sich das Team des Bottroper Sportbundes mit einer Kletterwand, die unter Anleitung genutzt werden konnte. Klettern erscheint für Menschen mit Handicap als eine große Herausforderung, doch hilft dabei, Ängste zu bewältigen, indem das Selbstwertgefühl gesteigert wird.

Am Stand des Bocholter Bogenschützen-Clubs nutzten viele die Möglichkeit, erste Probepfeile zu schießen. "Auf die Sportart Bogenschießen wäre ich nie gekommen, aber den Umgang mit Pfeil und Bogen kann ich ja auch im Rollstuhl erlernen", stellte eine Patientin des Augustahospitals begeistert fest, "ich habe mich gerade direkt für den Schnupperkurs angemeldet." Auch auf Radfahren müssen MS-Kranke nicht verzichten. Das Ehepaar Kormann informierte über Mobil-Fährräder, die besonders für MS-Betroffene gut geeignet sind. Im Park des Augustahospitals konnten die Räder getestet werden.

Für Aufsehen sorgten die Helfer auf vier Pfoten, die mit dem Assistenzhunde-Verein in zwei Teams anreisten. Die Vierbeiner stellten dabei ihr Können unter Beweis. Das Aufheben von kleinsten Gegenständen meisterten die Hunde mit Bravour und auch beim Wäscheaufhängen konnten sie assistieren. In vielen Fällen sind sie unersetzlich für ihre Halter.

Auch wenn die Krankheit noch nicht geheilt werden kann, stehen MS-Erkrankten heutzutage durch verschiedene Unterstützungsmaßnahmen in Freizeit, Familie, Beruf oder Sport viele Tore offen. Diese Aussage wurde auch durch die beiden Fachvorträge der Veranstaltung unterstrichen. Prof. Dr. Michael Haupts, Ärztlicher Direktor des Hauses, berichtete über den aktuellen Stand der Krankheit MS - und schilderte, was getan werden kann, um einen bestmöglichen Verlauf der Krankheit zu unterstützen.

Jens Kirstein, Abteilungsleiter der Physiotherapie des Augustahospitals, informierte über die "Körperliche Aktivität bei MS".

Bis in die Abendstunden dauerte der rege Austausch über verschiedene Fragen und Probleme zwischen den Teilnehmern und Referenten.

Quelle: RP
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