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Rees
Gucken Reeser Händler in die Röhre?

Rees. Baustelle vor der Tür und Einbahnstraßen in der Innenstadt? Wegen der anstehenden Netz-Arbeiten von "Innogy" befürchten Reeser Händler negative Auswirkungen auf das wichtige Weihnachtsgeschäft. Von Markus Balser

Keine Frage: Das letzte Quartal gehört für die meisten Geschäfte zu den umsatzstärksten Monaten des Jahres. Das ist auch in Rees nicht anders. Doch einige Geschäftsleute in der Reeser Innenstadt fürchten, dass es in diesem Jahr schwieriger als sonst werden könnte, ein gutes Weihnachtsgeschäft zu machen.

Grund sind geplante Bauarbeiten, die sich ausgerechnet in den letzten Monaten des Jahres vor den Türen der Geschäfte abspielen werden. Denn dann will das Unternehmen "Innogy" für leistungsfähiges Internet in der Stadt sorgen. Das Tochterunternehmen von RWE hat sich nämlich nicht nur die Versorgung der Verbraucher mit erneuerbaren Energien, sondern auch mit schnellem Internet per Glasfaserkabel auf die Fahnen geschrieben.

Die Arbeiten in der Innenstadt sollen bereits in der kommenden Woche beginnen. Sie werden voraussichtlich sechs bis acht Wochen - also bis in den Dezember - andauern. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Zu den Planungen hatte die Reeser Werbegemeinschaft (RWG) bereits vor kurzem ein Gespräch mit einem Vertreter von "Innogy" geführt. Damals war den Händlern zugesichert worden, dass die Arbeiten aus Rücksicht auf die Geschäftstätigkeit nur abschnittsweise, in einem relativ kleinen Bereich von 50 bis 100 Metern, erfolgen sollten. Jeweils bis zum Abend des übernächsten Tages sollte die Baustelle dann wieder beendet sein, um dann die nächste anzugehen. Diesem Verfahren stimmten die Händler auch zu. Jetzt sollen sich allerdings die Pläne von "Innogy" geändert haben. Wie aus Händler-Kreisen zu hören war, sei unter anderem geplant, während der Bauzeit Einbahnstraßenverkehr für die Dell- und die Fallstraße einzurichten. Davon sei zuvor nicht die Rede gewesen.

Das stößt manchem Geschäftsinhaber sauer auf. Der Apotheker Peter Moser etwa, langjähriger Vorsitzender der RWG, hält eine solche Lösung für ein "Unding", sollte sie denn tatsächlich kommen. "Es ist doch klar: Die Leute wollen nun mal am liebsten bis vor die Geschäfte fahren und es ist ohnehin zu bestimmten Zeiten schon schwierig genug, einen Parkplatz in der Innenstadt zu finden. Sollte es Einbahnstraßenregelungen geben, hätte das gravierende Auswirkungen für die Geschäftsleute", ist er sich sicher.

Bis Redaktionsschluss gestern Abend war keine Stellungnahme von "Innogy" dazu zu erhalten, wie das Unternehmen in Rees vorgehen will. Heute Abend wird man mehr wissen. Dann will sich die RWG erneut mit einem Vertreter des Glasfaserversorgers treffen, um den weiteren Ablauf zu besprechen.

Für die Reeser Händler werden die "Innogy"-Baustellen übrigens nicht die einzigen sein, mit denen sie zu kämpfen haben. Denn auch die Deutsche Glasfaser steht im Rennen um das schnelle Internet in der Innenstadt in den Startlöchern. Zwar hat hier die so genannte Nachfragebündelung noch nicht begonnen, klar ist aber, dass auch das niederländische Unternehmen Straßen aufreißen lassen muss, um seine Kabel zu verlegen. Die Stadt hatte zwar versucht, die Arbeiten der beiden Unternehmen so zu koordinieren, dass dies mehr oder weniger in "einem Aufwasch" geschehen kann, "doch das war leider nicht machbar", wie Stadtsprecher Jörn Franken der RP gestern mitteilte. Jedes Unternehmen hat damit sozusagen auch seine eigene Baustelle. Wie das aussieht, ist im Ortsteil Mehr gerade zu beobachten. Nachdem dort das Unternehmen "Innogy" seine Kabel verlegt hatte, begann die Deutsche Glasfaser mit ihren Arbeiten. Insgesamt laufen die Internet-Baustellen bereits seit einigen Monaten.

Quelle: RP
 
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