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Emmerich
Gutachten: 27 Betriebe haben dichtgemacht

Emmerich. Das Stadtplanungsbüro "Stadt + Handel" hat den Emmericher Einzelhandel unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse sind Teil des sogenannten "Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes". Von Christian Hagemann

Die Zahl der Leerstände in Emmerichs Innenstadt ist in den vergangenen Jahren nicht zurückgegangen. Außerdem haben im Hauptzentrum seit 2010 insgesamt 27 Betriebe geschlossen.

Das sind zwei Zahlen aus dem aktuellen Einzelhandelskonzept, das die Entwicklung des Handels seit dem Jahr 2010 untersucht hat. Zur Erklärung: Im Jahr 2010 hat es das letzte Gutachten dieser Art für die Stadt gegeben, deshalb der Vergleich mit diesem Jahr.

Die Untersuchungen stammen vom Stadtplanungsbüro "Stadt + Handel" mit Sitz unter anderem im Dortmund. Dessen Mitarbeiter haben nicht nur die Struktur des Emmericher Handels untersucht, sondern auch vor einigen Wochen eine Befragung in der City vorgenommen. 310 Personen sind an sechs Werktagen um Auskünfte über ihr Kaufverhalten und um ihre Einschätzung gebeten worden. Die meisten der Befragten stammten aus Emmerich.

Ein wichtiges Ergebnis: 34 Prozent der Befragten gaben im Rückblick auf die vergangenen fünf bis zehn Jahre an, weniger in der Emmericher Innenstadt einzukaufen. Der Grund, der am häufigsten genannt wurde: Die Innenstadt hat als Einkaufsziel an Attraktivität verloren.

Positives lässt sich aus der Umfrage allerdings auch ablesen: 81 Prozent der Befragten gaben an, dass sie mehrmals im Monat im Stadtzentrum einkaufen. Aber die Konkurrenz schläft nicht - und das lässt sich wohl besonders mit Blick auf Kleve sagen. 40 Prozent gaben nämlich an, mehrmals im Monat auch dort einzukaufen. Zum Vergleich: Zum Centro nach Oberhausen fahren nur vier Prozent mehrmals im Monat.

Das Gutachten ist natürlich noch wesentlich umfangreicher und bietet noch mehr Zahlen. So etwa, dass sich die Kaufkraft in Emmerich gegenüber dem Jahr 2010 verringert hat. Beschrieben wird das im Gutachten mit einer Kennziefer. Im Gutachten heißt es: "Die Kaufkraftkennziffer liegt mit rund 92,9 deutlich unter dem Niveau des Bundesdurchschnitts und ist seit 2010 (95,5) zurückgegangen."

Das Konzept wird in der Emmericher Politik in den kommenden Wochen vermutlich öffentlich diskutiert werden. Denn die Zahlen belegen den Gesamteindruck, den die Bevölkerung schon seit langem hat.

Eingebettet ist die Untersuchung in die Erstellung eines sogenannten Integrierten Handlungskonzeptes für Emmerich, an dem nicht nur der Rat und die Stadtverwaltung mitarbeiten, sondern auch interessierte Bürger. Startschuss dafür war mit einem ersten Treffen der Bürger im April. Das "Integrierte Stadtentwicklungskonzept" (ISEK) ist der Arbeitstitel für ein Gutachten, der im Baugesetzbuch so vorgegeben ist, um sich um Städtebaufördermittel des Landes zu bewerben. Im Grunde geht es um die Frage, wo Emmerich im Jahr 2025 stehen soll und welche Schritte bis dahin unternommen werden.

Die Probleme sind offensichtlich: viele Brachflächen, zahnlückenartige Leerstände bei Ladenlokalen, das Bahnhofsumfeld, verbesserungswürdige Übergänge zwischen Promenade und Straßen, Angebote, die sich eher an die nicht zahlungskräftige Kundschaft wenden und unübersichtliche Eingangstore.

Stärken sind unter anderem die Rheinpromenade und der Rheinpark. Aber: Die Attraktivität der Rheinpromenade setzt sich in der Innenstadt nicht fort.

Quelle: RP
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