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Emmerich
Händler wollen Neumarkt-Belebung

Emmerich: Händler wollen Neumarkt-Belebung
Jochen Kemkes von der Stadt informierte die Händler über die Neumarkt-Pläne. FOTO: klaus-Dieter stade
Emmerich. EWG denkt an Bühne für Vereine und Musiker. Einzelhändler sollen sich stärker bei Festen einbringen. Von Michael Scholten

Wirtschaftsförderer Sascha Terörde sprach von einem neuen "Schulterschluss" zwischen Stadtmarketing und Werbegemeinschaft. Im Hof von Holland beschlossen Vertreter der Stadtverwaltung und der Vorstand der Emmericher Werbegemeinschaft (EWG), ihre Zusammenarbeit zu intensivieren und so die Innenstadt zu beleben. Dabei sollen künftig auch die Vereine helfen. "Jeder Emmericher ist Mitglied in durchschnittlich zwei Vereinen", sagte der EWG-Vorsitzende Jan-Frens Bergman. Er baut auf Schützen, Karnevalisten, Musiker oder Buchautoren, die zum Beispiel alle 14 Tage auf einer Bühne auf dem Neumarkt auftreten könnten. Auch die Einzelhändler sollen in persönlichen Gesprächen überzeugt werden, sich wieder stärker bei Stadtfesten und Aktionen einzubringen.

Was im Ortsteil Elten gut funktioniert, wünscht sich die EWG auch in Emmerich: "Wir müssen ein Wir-Gefühl entwickeln." Die Teilnehmer des Diskussionsabends bescheinigten dem neuen EWG-Vorsitzenden Jan-Frens Bergman, auf einem guten Weg zu sein. Er werbe unter den Einzelhändlern und Unternehmern gezielt um neue Mitglieder und sorge für eine "Neuanfang" in Emmerich. Der Vorstand bedauerte aber, dass sich für den Blumen- und Staudenmarkt auf der Rheinpromenade am 23. April bislang kaum lokale Händler angemeldet hätten: "Wir fragen immer erst die Emmericher. Nur wenn die absagen, laden wir externe Händler und Gastronomen ein." So entstehe mitunter der völlig falsche Eindruck, die Planungen für Feste und Aktionen würden die lokalen Händler ausklammern.

Wirtschaftsförderer Sascha Terörde betonte, dass Emmericher Händler und Vereine bei jeder städtischen Veranstaltung besonders willkommen seien. Das Drehleiter-Treffen der Feuerwehr habe beim Stadtfest entscheidend dazu beigetragen, dass mehr als 20.000 Besucher zur Promenade und in die Innenstadt gekommen seien. Auch die kürzlich an ihn herangetragene Idee, 2018 einen Mittelaltermarkt in Emmerich zu veranstalten, gefalle ihm gut und habe sofort eine Zusage erhalten.

Kritisch sahen alle Diskussionsteilnehmer die Immobiliensituation in der Innenstadt. "Wir erhalten Anfragen für Flächen, die wir einfach nicht haben", sagte Wirtschaftsförderer Sascha Terörde. Viele der leerstehenden Ladenflächen seien "kleinteilig, verwinkelt und nicht barrierefrei". Bürgermeister Peter Hinze kritisierte in diesem Zusammenhang die Besitzer, die "irgendwo in Deutschland wohnen und sich nicht mit Emmerich identifizieren". Sascha Terörde verwies auf ein positives Beispiel aus Lippstadt. Dort habe ein Textilanbieter mehrere kleine Läden aufgekauft und für 10,6 Millionen Euro zu 6000 Quadratmeter Verkaufsfläche umgebaut. Er hoffe auf ähnliche Investoren für Emmerich, obgleich der ehemalige Bürgermeister Johannes Diks an die Probleme erinnerte, die Neumarkt-Investor Josef Schoofs der Stadt bereite.

Apropos Neumarkt: Es fiel auf, dass kaum ein Diskussionsteilnehmer den Schoofs-Plänen eine Zukunft einräumt. Vielmehr wurden Pläne diskutiert, den Neumarkt durch Bäume, eine Bühne und 750 Quadratmeter Platz für Publikum attraktiver zu gestalten. Konkreter sind die Pläne für eine Nutzung des ehemaligen Kasernengeländes. Jochen Kemkes, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung im Rathaus, präsentierte die Quintessenz aus einem Vortrag der Firma "Stadt + Handel". Danach vertrage sich ein 1800 bis 2000 Quadratmeter großer Lebensmittelmarkt auf dem Kasernengelände gut mit Emmerichs bestehenden Discountern und Innenstadtgeschäften. Sollte das Kasernengelände nicht bebaut werden, sei auch eine Erweiterung des Kaufland-Marktes an der Normannenstraße denkbar.

Der stellvertretende EWG-Vorsitzende Peter Beckmann-Richter plädierte für mehr Wettbewerb in der City: "Ich habe manchmal den Eindruck, wir stülpen eine Käseglocke über die Innenstadt." So positiv der Schutz bestehender Geschäfte auch sei, so wenig zukunftsweisend sei dieses Konzept: "Da wächst nichts nach, und wenn die Inhaber ihren Laden aufgeben, fehlt dieses Sortiment für immer."

Quelle: RP
 
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