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Angst vor Terror
Auch beim Haldern-Pop-Festival sind Rucksäcke verboten

Angst vor Terror: Auch beim Haldern-Pop-Festival sind Rucksäcke verboten
Ein Festival-Plakat vergangener Tage. Rucksäcke dürfen diesmal nicht mit auf den Festivalplatz genommen werden. Auf dem Campingplatz sind sie weiterhin erlaubt. FOTO: van Offern Markus
Rees. Der Veranstalter des Musikfests in Rees hat in Reaktion auf die jüngsten Anschläge ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet, das mehr Security und mehr Kontrollen bedeutet. Auch bei anderen Großveranstaltungen in der Region wurden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Von Sebastian Latzel

Nach den Anschlägen in Nizza und beim Festival in Ansbach sind auch die Sicherheitskonzepte beim Haldern-Pop-Festival auf den Prüfstand gestellt worden. Wichtigste Neuerung: Rucksäcke und Taschen dürfen nicht mehr auf das Festivalgelände mitgenommen werden. "Sicherheit ist Headliner", überschreiben die Haldern-Pop-Macher das Konzept für das Open Air, das am Donnerstag beginnt.

"Wir wollen, dass die Besucher unseres Festivals unbeschwert exzellente Musik in netter Atmosphäre genießen und alle, die zu seinem Erfolg beitragen, so sicher wie möglich arbeiten können. Die Ereignisse der vergangenen Zeit haben auch uns sehr beschäftigt. Deshalb haben wir als Veranstalter gemeinsam mit Polizei und Ordnungsamt unser Sicherheitskonzept noch einmal einer kritischen Prüfung unterzogen und in einigen Punkten ergänzt und angepasst", teilen die Organisatoren mit.

Was erlaubt ist und was nicht

Rucksäcke und Taschen dürfen nicht mehr zum Festivalgelände mitgenommen werden. Brustbeutel, Gürtel- und Bauchtaschen sind hingegen erlaubt. Die Besucher können Wertsachen in sogenannte "Safeboxen" einschließen, in deren Nähe auch Handys geladen werden können. Auf dem Campingplatz sind Rucksäcke und Taschen natürlich weiterhin erlaubt. Im Eingangsbereich zum eigentlichen Festivalplatz sowie auf den Park- und Zeltplätzen wird es strengere Sicherheits- und Personenkontrollen geben. "Unser Hausrecht als Veranstalter wurde auf die Straßen und Wege im direkten Umfeld des Festivalgeländes ausgedehnt", so die Veranstalter.

Damit darf der Sicherheitsdienst im unmittelbaren Eingangsbereich, auf den Veranstaltungsflächen wie auch auf den Zufahrtsstraßen zum Festival sowie auf den Camping- und Parkflächen Besucher und Passanten jederzeit kontrollieren und ihre Zugangsberechtigung prüfen. "Falls nötig, können wir als Veranstalter von unserem Hausrecht Gebrauch machen", heißt es. Um die umfangreicheren und zusätzlichen Personenkontrollen leisten zu können, setzt Haldern Pop zusätzliche Security-Kräfte ein.

Mehr Polizeistreifen in Zivil

Auch die Polizei wird mit zusätzlichen Kräften beim Festival dabei sein. "Wir werden mehr Beamte in zivil und in Uniform im Einsatz haben", erläutert Polizeisprecher Manfred Jakobi. Man habe das Konzept in Absprache mit dem Veranstalter der allgemeinen Sicherheitslage angepasst. "Eigentlich wären zusätzliche Kräfte in Haldern gar nicht nötig gewesen, weil es da in der Vergangenheit immer friedlich gewesen ist", sagt Jakobi.

Aber man müsse eben auf das Weltgeschehen reagieren. So habe die Polizei auch beim Lichterglanz in Emmerich empfohlen, die Zufahrtsstraßen mit Lkw zu blockieren, um ein Attentat wie in Nizza zu verhindern. "Alle Risiken sollen minimiert werden", beschreibt Jakobi das Ziel.

Eine ähnliche Maßnahme hat der Veranstalter der Bierbörse in Leverkusen-Opladen bereits verwirklicht. In Reaktion auf den Anschlag von Nizza ließ Werner Nolden, der auch die Kölner Lichter veranstaltet, Eisenbahnschienen vor den Eingängen einbetonieren. Auch bei der Opladener Bierbörse sind Rucksäcke und große Taschen verboten. Bis zu 200.000 Besucher werden zu dem Fest erwartet.

Quelle: RP
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