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Haldern Pop
Sich regen gegen Regen

Haldern Pop Festival 2016: So war der erste Tag
Haldern Pop Festival 2016: So war der erste Tag FOTO: Thomas Binn
Haldern. In der Nacht zu Sonntag ist das Haldern Pop Festival zu Ende gegangen. Unsere beiden ziemlich durchgeweichten Reporter analysieren den dritten und letzten Spieltag. Von Sebastian Dalkowski und Ludwig Krause

Wer hat uns begeistert?

Wer Father John Misty nur von seinem viralen "Bored in the USA" kennt, wird sich am Samstagnachmittag verwundert die Augen gerieben haben. Der charismatische Kauz kann nicht nur Ballade, sondern auch richtig laut. Dabei rieb, rollte und räkelte er sich über die Bühne. Merke: Father John Misty ist erst fertig mit Singen, wenn er das Mikro im hohen Bogen hinter sich wirft und die Bühne verlässt. Mit Verspätung begeisterten auch War On Drugs. Regen und Müdigkeit hielten viele davon ab, sich nach Mitternacht noch vor die Bühne zu stellen, 2000 mögen es gewesen sein, und dann sang der nicht übermäßig gut gelaunte Frontman ihren Hit "Red Eyes" auch noch ziemlich neben beziehungsweise vor der Spur. Erst als die Band am Ende elegisch wurde, statt auf Gitarren rumzugniedeln, wurde der Auftritt der erwartete Höhepunkt.

Wer eher nicht so?

Family of the Year hat einen ordentlichen Auftritt abgeliefert, der Funke wollte aber nicht wirklich aufs Publikum überspringen. Das ging erst bei "Hero" richtig mit und damit beim allerletzten Lied. Zu wenig, zu spät. The Bronze Medal sprangen nachmittags im Spiegelzelt für Bernd Begemann ein. Hoch gehandelt wurden die Briten und zeigten dann doch, woran es noch hapert. Hübsch anzuhören ist der getragene Pop der The National Kiddies, doch im Gegensatz zu ihren Vorbildern fehlen der Band noch ein bis zwei Hits für die Konzerte.

Womit hätten wir nicht gerechnet?

Endlich kein Wespen-Problem mehr (siehe Wetter)! Außerdem hätten wir gedacht, dass uns das bereits auf dem Weg zum Legendenstatus befindliche Handbrot irgendwann mal zum Halse raushängt – tut es aber nicht. Glück ist Gluten + Käse.

Was ist sonst noch passiert?

Hauptbühnen-Ansager Hein Fokker bleibt auch nach 25 Jahren der Mann für die Kommentare am Rande des Zulässigen. Aber ohne ihn wäre ja auch blöd. Bei Grandbrothers wollten so viele Menschen ins Tonstudio, dass man das Gefühl hatte, der Handbrotstand hätte eine zweite Filiale eröffnet.

Wie war das Wetter?

Haldern könnte so romantisch sein. Tanzen im Matsch, Knutschen im Regen. Doch ab Samstagnachmittag war Haldern nicht romantisch. Es war nass, dreckig und kalt und es hörte und hörte nicht auf zu regnen. So sieht wohl Rache für zwei Tage Sonnenschein aus. War‘s das mit dem Sommer?

Was passiert heute?

Wir packen in durchgeweichten Klamotten unsere nassen Zelte ein, umarmen die Nachbarn und wünschen einen guten Heimweg. Nach Düsseldorf, Köln oder Leipzig. Nach Berlin, Kleve oder Bielefeld. Kommt nächstes Jahr doch einfach wieder. Wir werden es auch.

Alle Informationen zum Haldern Pop in unserem Dossier.

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