| 14.26 Uhr

Haldern Pop Festival 2015
Welche Band schafft den Durchbruch?

Zehn Bands, die erst nach ihrem Durchbruch in Haldern spielten
Zehn Bands, die erst nach ihrem Durchbruch in Haldern spielten FOTO: dpa
Emmerich. Welche Gruppen kommen 2015 groß raus? Und welche nicht? Rund 60 Bands und Künstler treten in diesem Jahr in Haldern auf. Für manche geht es danach nach oben, andere werden in der Versenkung verschwinden. Wir haben mal ein bisschen spekuliert. Von Sebastian Dalkowski und Ludwig Krause

Top

The Bronze Medal (seda)

Es ist schwer davon auszugehen, dass dieses Quintett aus Bristol schon ein- bis zweimal eine Platte von The National gehört hat. Jedenfalls komponieren sie ihre Melancholie auf dem Debütalbum "Darlings” genauso gut und langsam wie die Amerikaner. Zum Glück spielen die Musiker nicht nur am Samstag in der Haldern Pop Bar, sondern ein paar Stunden später auch im Zelt.

DMA's (seda)

Neu zu klingen war noch nie eine Voraussetzung für Erfolg. Drei Freunde aus einem Vorort von Sydney demonstrieren unter dem Namen DMA's auf ihrer Debüt-EP ihre Liebe zum Britpop Mitte der 90er. Und klingen dabei doch ziemlich frisch. Mal gehen sie dabei in sich, mal schreien sie ihr Glück in die Welt hinaus. Diese Band muss geliebt werden. Bald auch von dir.

The Districts (lukra)

Schon im vergangenen Jahr waren The Districts aus Pennsylvania zu Gast auf dem Haldern Pop. Zu großem internationalen Ruhm verholfen hat es ihnen nicht. Sei's drum: In diesem Jahr klappt's bestimmt. Mit ihrem melodischen Indie-Rock erinnern sie angenehm an die Alabama Shakes. Ihr aktuelles Album ist im Februar erschienen und verwandelt Zweifler in Gläubige. Oder sagen wir: Tanzende.

Dotan (lukra)

Okay, zugegeben: Dotan wirkt wie eine sichere Wette. Der niederländische Singer-Songwriter hat mit seinem Album "7 Layers" in der Heimat Platz eins der Albumcharts erobert, die Single-Auskopplung "Home" lief auch in den deutschen Radiostationen rauf und runter. Der Sänger mit israelischen Wurzeln steht aber am Scheideweg: Ergeht es ihm wie Tom Odell, der 2013 auf dem Haldern Pop zu Gast war und nach seinem Hit "Another Love” praktisch in der Versenkung verschwand – oder wie Sam Smith, Kwabs und Hozier, die im vergangenen Jahr dort auftraten und deren Karriere danach erst so richtig explodierte? Auf jeden Fall kann Dotan große Pop-Hymnen. Eine angenehme Abwechslung zur Lagerfeuer-Atmosphäre, die das diesjährige Line-Up zuweilen versprüht.

AnnenMayKantereit (lukra)

Diese Stimme! Ja okay, das hört man oft. Aber: diese Stimme! Um AnnenMayKantereit aus Köln vibriert es derzeit mächtig. Man fragt sich, warum die drei Jungs, aus deren Nachnamen sich der Bandname zusammensetzt, nicht schon den ganz großen Schritt geschafft haben. Das aber kann nur eine Frage der Zeit sein. In Jena spielten sie zuletzt vor 3000 Fans. Rock/Pop mit deutschen und englischen Texten. Und diese Stimme!

Flop

Heisskalt (seda)

Es ist ja schön, wenn die Macher ab und zu eine Rockband buchen, aber musste es gerade Heisskalt sein? Vier Kerle aus Stuttgart, die auch noch Mathias, Philipp, Lucas und Marius heißen und sich der deutschen Sprache für mächtig halten, klingen wie eine schlechte Mischung aus Casper und Oberstufen-Emo, die so langweilig radiotauglich ist, dass die Band sicher bald das nächste große Ding auf EinsLive wird. In der Kategorie "Unoriginellste Band, die je in Haldern gespielt hat” jetzt schon sicher auf dem Treppchen.

Tor Miller (seda)

Blasse schüchterne Jungs, die sich ans Klavier setzen, sind ja eigentlich in Haldern nicht verkehrt. Aber Tor Miller aus Brooklynhausen klingt auf seiner EP "Headlights" so glatt und vorhersehbar und belanglos, dass sein erster Auftritt in Haldern voraussichtlich auch sein letzter sein wird. Da waren ja Keane noch aufregender.

White Fence (lukra)

Da ist er, der obligatorische Garagen-Rock-Künstler des Haldern Pop Festivals. Hinter White Fence verbirgt sich US-Musiker Tim Presley, der so klingt, als würde er Musik machen, die mehrere Jahrzehnte zu spät kommt. Könnte damit unbemerkt in Retro-Radio-Shows dudeln. Besser ist, man hört einfach die Lieder von früher. White Fence kann man sich bestimmt mal kurz anhören, muss man aber nicht.

Steve Gunn (lukra)

Faulheit kann man Steve Gunn wirklich nicht vorwerfen. Zwölf Alben hat der Musiker aus Pennsylvania seit 2007 veröffentlicht, alleine im vergangenen Jahr waren es drei. Manchmal ist weniger aber doch mehr. Seine gitarrenlastigen Lieder lassen sich in etwa so beschreiben: "Pring, Pring, Pring". Perfektes Gedudel, um nach den ersten zwei Liedern im Gras einzuschlafen. Aber das ist auf einem teils wilden Festival ja auch mal ganz nett.

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