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Haldern-Countdown (17)
Feuerzeug-in-die-Luft-Hit fürs Festival

Haldern Pop mit Tor Miller, DMA'S, Terra Profonda und Freddie Dickson & The Guard
Emmerich. Morgen beginnt das Haldern-Pop-Festival. RP-Redakteur Sebastian Peters hat sich die aktuellen Alben der Bands bereits angehört. Hier sein Urteil:

Tor Miller (Headlights EP): Nach Jahren der weiblichen Dominanz im Genre der Popballade kommen die Männer gerade groß raus: Tom Odell, George Ezra, Sam Smith, Hozier. Alle schon in Haldern gewesen. Mit Tor Miller aus Brooklyn, Pianist und Sänger, schickt sich ein weiterer junger Mann, die Charts mit Soul und Schmalz zu stürmen. Ray Charles and Otis Redding nennt er als seine Vorbilder. Die bisher vorliegende EP "Headlights" verrät einiges vom musikalischen Konzept des Mannes, von der Basis im Gospel und der Sozialisation in Kellerbars. Und wenn diese Musik dereinst die großen Bühnen sieht, dann bewahrt sie sich hoffentlich etwas von der Down-To-Earth-Mentalität. Musik für: Frauen. Klingt nach: Tom Odell, Sam Smith, Hozier. Punkte: 4/5.

DMA'S (DMA'S EP): Erstaunliches hört man da aus Australien: Das Trio DMA's klingt auf seinem Debüt, der selbstbetitelten Mini-EP "DMA'S" erfrischend retro, das hier ist britisches Songwriting alter Schule. Die Vokale werden langgezogen, die Gitarren werden rotzig gespielt. Oasis und die Arctic Monkeys standen Pate. Mit "Delete" gibt es gar einen Feuerzeug-in-die-Luft-Hit. 23 Minuten ist die EP nur lang, aber man wünscht sich danach mehr von dem Zeugs. Musik für: Menschen, die Wonderwall von Oasis nach wie vor für den größten Song aller Zeiten halten. Klingt nach: Arctic Monkeys, Oasis. Punkte: 5/5.

Terra Profonda (Terra Profonda EP):

Das 2013 in Budapest (Ungarn) gegründete Trio Terra Profonda (dt. tiefgründiger Boden) spielt einen derart düsteren Jazzblues, dass es einem schaudert. Seefahrermusik ist das, dramatisch, rau und ja, auch tiefgründig. Zum Beweis sollte man "Summer's gone" hören, den eröffnenden Track dieser selbstbetitelten EP. Noch nicht einmal Tom Waits selbst klingt heute noch so nach Tom Waits wie Terra Profonda; dazu im Hintergrund ein stoisch eigene Töne spielender Bass und ein Saxofon, das frei aufspielt. Terra Profonda ist Musik für Menschen, die Abseitiges mögen. Willkommen in Haldern!

Musik für: Tom-Waits-Fans.

Klingt nach: Tom Waits.

Punkte: 4,5/5.

Freddie Dickson & The Guard (ohne Album): Freddie Dickson (27) ist ein junges Songwritertalent aus England, der mit gefühlvollen Popsongs in die Fußstapfen von Keane, James Blunt und Ben Howard tritt. Mehrere EPs hat der Mann mit seiner Begleitband The Guard veröffentlicht. Entdeckt wurde er wie so viele andere Künstler beim Eurosonic-Festival in Groningen, wo Dickson überzeugte. Dunklen emotionalen Pop darf Haldern erwarten.

Quelle: RP
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