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Rees
Tschüss Haldern: Bis zum nächsten Mal !

Rees. Das 33. Open Air ist vorüber. Das Festival war wieder gespickt mit vielen Überraschungen. Ein Höhepunkt: der Auftritt von Thees Uhlmann am Samstagabend. Von Julia Latzel und Thomas Binn (Fotos)

Wer heute an den Wiesen der Lohstraße vorbeigeht, findet die Überreste eines tollen Festivalwochenendes: Viel Schlamm und das ein oder andere vergessene Zelt lassen nur noch erahnen, wie viele Festivalbesucher auch in diesem Jahr wieder drei Tage Musik genossen haben.

Ein erstes Highlight war mit Sicherheit der Auftritt von Glen Hansard am Freitag. Dieser war bereits 2013 im Lindendorf aufgetreten und ist vielen dabei vor allem durch einen ganz besonderen magischen Moment in Erinnerung geblieben: Bei seinem Song "Falling Slowly" hatte der Ire damals Carina Buhlert aus dem Publikum auf die Bühne geholt, die in der ersten Reihe textsicher mitgesungen hatte. Das wiederholte Glen Hansard in diesem Jahr. Carina Buhlert begleitete ihn sichtlich gerührt.

"Ich erinnere mich noch gut an den Auftritt vor drei Jahren", erzählte der Sänger. "Damals bin ich hier in der Nähe in einem See geschwommen und wir haben bis in die Nacht zusammen gesungen." Der Sänger trat mit 21 Uhr für einen Hauptact vergleichsweise früh auf. "Einer seiner Bläser ist bereits über 70 und wollte nicht später auftreten", klärte Organisator Stefan Reichmann auf. Aber auch das änderte nichts daran, dass der Auftritt sehr gut ankam. Hansards Erfolgsrezept: "Du musst auf die Bühne gehen und dem Publikum das Gefühl geben, dass du ein Gewinner bist."

Die Bühne in Flammen setzten Freitagnacht St. Paul & The Broken Bones. Sänger Paul Janeway zeigte vollen Körpereinsatz und lebte seine souligen Songs. Dabei war er sich auch nicht zu schade, auf dem Boden zu liegen.

Auch am Samstag begeisterte ein "Wiederholungstäter" das Publikum. Thees Uhlmann war bereits 2012 beim Haldern Pop Festival gewesen, verstand es, mit dem Publikum zu spielen und seine Songs mit Anekdoten zu spicken. So widmete er einen Song seiner Tochter, die auf die kritische Äußerung ihrer Freundin ("Bei deinem Papa sieht man ja immer die Unterhose") konterte: "Bei meinem Papa gehört das so." Besonderes Highlight bei seinem Auftritt war das Gastspiel der "Horny Horns" aus Haldern, die die Band mit Blasinstrumenten begleiteten. "Wenn du dich in Haldern unsterblich machen willst, dann klappt das nur mit einer Band aus Haldern", so Uhlmann.

Die Band "The Strypes" überraschte das Publikum mit einer rockigen Performance. Die gerade mal 20-jährigen Iren gaben auf der Bühne alles und nahmen die Fans - auch mit ihrer außergewöhnlichen Kleidung - mit zurück in die 60er.

Mit Hubert von Goiserns "Alpenrock" wurde deutlich, dass die Macher vom Festival nicht an einem Genre festhalten. Mit der Mischung aus österreichischen Texten, Akkordeon und rockigen Elementen sorgte der Österreicher für Feierstimmung. "Wir buchen die Künstler, auf die wir Lust haben. Die Intention dahinter ist wichtig, nicht die Musikrichtung", so Stefan Reichmann.

Bereits Samstagabend zog Stefan Reichmann ein erstes Fazit: "Ich bin sehr zufrieden mit allem. Das Sicherheitskonzept hat einwandfrei geklappt, es hat sich angefühlt wie immer. Wir mussten auf die weltpolitische Situation und aktuelle Ängste reagieren, haben das aber wie ich finde gut gelöst."

Vor allem von den kleineren Konzerten am Rande des Festivals war der Organisator begeistert: "Die Barkonzerte waren sehr speziell und werden unterschätzt. Ebenso die Auftritte im Tonstudio. Bei gefühlt 70 Grad hat die Band Gewalt einen grandiosen Auftritt gehabt."

Dennoch gibt es einige Punkte, die nicht so gelaufen sind, wie geplant. "Der Auftritt der Band Money war zu früh, da einige Bandmitglieder noch einen Flieger erreichen mussten und wäre zu einem späteren Zeitpunkt sicher besser angekommen." Zudem hatten die Veranstalter einige technische Probleme. Das führte unter anderem dazu, dass einige Bands verlegt wurden oder ihnen sogar ganz abgesagt werden musste. "Soap & Skin mussten wir leider absagen, da sie in der Kirche gerne die Orgel genutzt hätten. Dann hätten wir aber die gesamte Kirche verkabeln müssen und das ist nicht das, was wir wollen. Der Auftritt wurde auf 2017/18 verschoben", so Reichmann.

Ob auch im nächsten Jahr am Donnerstag die Hauptbühne geöffnet wird, ist offen. "Wir werden das diskutieren. Es ist natürlich für alle anstrengender, aber einige Künstler funktionieren donnerstags besser."

Quelle: RP
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