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Halderner trifft den "neuen" Winnetou

Rees: Halderner trifft den "neuen" Winnetou
300 Kubikmeter Holz wurden verbaut für die Westernstadt Roswell. Sie entstand im kroatischen Ort Fuzine. FOTO: Michael Scholten
Rees. Für Dirk Brüderle geht ein Traum in Erfüllung: Er darf Pierre Brice-Nachfolger Nik Xhelilaj und "Old Shatterhand" Wotan Wilke Möhring bei Dreharbeiten für eine Neuverfilmung beobachten. Der Dreiteiler läuft Weihnachten 2016 im TV. Von Michael Scholten

Als Pierre Brice von 1962 bis 1968 in elf Karl-May-Filmen den Apachen-Häuptling Winnetou spielte, war Dirk Brüderle noch nicht einmal auf der Welt. Der 42-Jährige, der in Haldern aufwuchs und inzwischen als Rechtsanwalt in Herford arbeitet, wurde erst in den 80er-Jahren zum begeisterten Fan der Kinoklassiker, als diese im Fernsehen liefen: "Damals habe ich mich Wochen im Voraus auf die nächste Ausstrahlung im ZDF gefreut. Die spannenden Abenteuer, die weite kroatische Landschaft, die kongeniale Besetzung und Martin Böttchers Filmmusik haben mich jedes Mal fasziniert."

Nach dem Abitur am Gymnasium Aspel bestimmten Karl Mays verfilmte Geschichten auch so manches Reiseziel des Halderners. Er besuchte Fantreffen in Berlin, Bad Segeberg, Elspe und Radebeul bei Dresden, erlebte dort Ehrengäste wie Pierre Brice, Karin Dor, Marie Versini, Harald Leipnitz, Eddi Arent, Gojko Mitic, Elke Sommer und Dunja Rajter. Seit 2005 war er mehrmals in Kroatien, um die Drehorte der Karl-May-Filme zu besuchen. "Manche Orte sehen noch immer aus wie in den 60er Jahren, andere haben sich durch Baumaßnahmen oder durch die Vegetation stark verändert", sagt Brüderle.

Vor einigen Wochen war er zum siebten Mal in Kroatien - und diesmal erfüllte sich ein lang gehegter Traum: Der Karl-May-Fan verbrachte mehrere Tage am Set des neuen "Winnetou"-Dreiteilers, den der Fernsehsender RTL im Weihnachtsprogramm 2016 ausstrahlen will. Für die aktuelle Ausgabe des hochwertig gedruckten Fanmagazins "Karl May & Co."verfasste der Halderner einen achtseitigen Bericht über die Produktion. "Meine Eindrücke waren absolut positiv", sagt Brüderle. "Die Produktionsfirma Ratpack hat einen neuen, modernen Ansatz gewählt."

Auch die Hauptdarsteller, die Brüderle interviewen konnte, stimmen den Fan optimistisch: "Wotan Wilke Möhring ist ein toller Besetzungs-Coup. Er spielt Old Shatterhand zunächst zurückhaltend und beobachtend. Und der albanische Schauspieler Nik Xhelilaj ist keine Pierre Brice-Kopie, sondern findet seinen eigenen Ansatz für die wichtige Rolle des Winnetou."

Gemeinsam mit Produzent Christian Becker besuchte Dirk Brüderle die aufwendigen Kulissen des Films. "Für die Westernstadt Roswell wurden fast 300 Kubikmeter Holz in einer Waldlichtung des kroatischen Ortes Fuzine verbaut", sagt Brüderle. "Das Apachendorf liegt in einer beeindruckenden Landschaft im Nordwesten Kroatiens, umgeben von Bergen und viel Grün. Nicht weit davon entfernt wurden in den 60er Jahren auch Indianerdörfer für andere Karl-May-Filme errichtet. Regisseur Philipp Stölzl und sein Team verneigen sich auf sehr originelle Art vor den alten Filmen, indem sie für den neuen Dreiteiler viele der damaligen Drehorte beiläufig streifen." Dass der traditionsbewusste Karl-May-Verlag und einige Fans der Leinwandklassiker die Neuverfilmung eher kritisch beäugen, kann Dirk Brüderle nur bedingt nachvollziehen: "Ich halte es für falsch, etwas zu kritisieren, das man noch gar nicht kennt. Ein solch großes Projekt zu stemmen, ist schwere Arbeit und ein großes Wagnis. Das verdient Respekt - und ich kenne viele Fans der alten Filme, die sich schon auf den Dreiteiler freuen."

Der Aufwand, der seit September an 66 Drehtagen in Kroatien und an 15 Studiotagen in Köln betrieben wurde, verspricht Fernsehen in Kinoqualität: 76 Schauspieler, darunter auch Mario Adorf, Marie Versini und Gojko Mitic, außerdem 4000 Komparsen, 500 Kostüme, 400 Perücken, 50 Pferde und eine aus Ungarn importierte Eisenbahn waren im Einsatz, jeden Tag arbeiteten bis zu 180 Personen am Set.

Das ungewöhnlich hohe Budget umschreibt Produzent Christian Becker vorsichtig mit den Produktionskosten von "zehn bis zwölf Tatorten".

Quelle: RP
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