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Emmerich
Hansahalle als Unterkunft hergerichtet

Emmerich: Hansahalle als Unterkunft hergerichtet
Schreiner der Firma Diebels aus Goch verlegen in der Hansahalle den neuen Hallenboden. In der Turnhalle werden ab Mittwoch rund 150 Flüchtlinge untergebracht. FOTO: Thorsten Lindekamp
Emmerich. 150 Flüchtlinge werden Mittwochabend die Notunterkunft in der Hansa-Turnhalle beziehen können. Peter Hinze lädt für Freitag, 19 Uhr, zu einer Bürgerinformation ein. Das Theodor-Brauer-Haus übernimmt die Betreuung.

Das ging ruckzuck, wie die Schreiner gestern in der Hansahalle den neuen Hallenboden verlegt haben. Der neue Belag - nur ein Punkt in einer langen Checkliste, die abgearbeitet werden muss, damit die rund 150 Flüchtlinge Mittwochabend die Notunterkunft beziehen können. Es müssen Ärzte für die erste Untersuchung gefunden werden, ferner Dolmetscher für die Registrierung der Flüchtlinge, die Verpflegung muss organisiert und schließlich muss ein Zaun zum Gymnasium gezogen werden.

Über alles das beriet gestern Morgen der Krisenstab für außergewöhnliche Ereignisse, der sich auch vor Ort umsah. Da waren die Hilfsdienste vertreten, nahezu alle Fachbereiche und die Polizei. 60 Betten kommen vom THW, die restlichen schafft die Stadt herbei.

Die Flüchtlinge werden so ankommen, wie sie sich in ihren krisengeschüttelten Heimatländern aufgemacht haben. Weshalb dringend Kleidung aller Art gesucht wird, die im Karl-Kaster-Haus am Groendahlschen Weg abgegeben werden kann. "Wir benötigen Bekleidung in allen Varianten", sagt Fachbereichsleiter Hans Sterbenk: "Schuhe, Socken, dicke Winterjacken und Pullover." Auch Kinderbettchen.

Bürgermeister Peter Hinze lädt für Freitag, 19 Uhr, zu einer Bürgerinformation ein; der Ort wird noch bekannt gegeben. Die Anwohner werden durch Flyer informiert.

Klar ist auch: Die Stadt schließt mit dem Theodor-Brauer-Haus/Integra einen Betreuungsvertrag ab. Gegen ein Entgelt wird der Träger künftig alle anfallenden Leistungen erbringen: Verpflegung, Security, Personal, Hausmeisterdienste usw.

Dass 150 Flüchtlinge in der Turnhalle einquartiert werden, gefällt längst nicht jedem. Einige Eltern riefen gestern im Gymnasium an und machten ihrem Unmut Luft. Schulleiterin Inge Hieret-McKay kann die Ängste verstehen: "Um so wichtiger ist, dass wir zeigen, wir haben das im Griff und dass die Eltern uns und der Stadt vertrauen. Die Leute, die da reinkommen, haben ja auch Ängste."

Überrascht von der Entwicklung war sie nicht: "Wir haben damit gerechnet, dass es irgendwann mal passiert. Man muss ja nur die Nachrichten verfolgen."

Schon im Vorfeld hatte sie deshalb mit der Fachschaft Sport einen Plan B aufgestellt und mit den Leitungen der anderen Schulen über die Hallennutzung gesprochen. "Wir waren uns einig, wir helfen uns gegenseitig." Man sei in der Lage, den vollen Sportunterricht anzubieten, auch fürs Sport-Abi. Keine der drei Sportwochenstunden soll ausfallen. Das sieht so aus, dass die Hallen von Gesamt-, Real- und Hauptschule einbezogen werden können, das Stadion, vielleicht die Tennishalle, die eigenen Tischtennisplatten, der Bolzplatz usw. Es wird mehr Schwimmen im Embricana geben und mehr Sport-Theorie und Sportpolitik auf dem Stundenplan stehen: "Ich bin zuversichtlich, dass wir zeigen können, wie kreativ wir sind bei gleichbleibender Qualität."

(nk)
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