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Rees
"Harmonie" auf großer Entdeckungstour

Rees: "Harmonie" auf großer Entdeckungstour
Im Hof der Burg Allenstein trafen die Sänger des Reeser Männerchors "Harmonie" und ihre Frauen auch die "Steinerne Frau" ("Kamienna Baba"). FOTO: privat
Rees. Viel gesehen und viel gesungen haben die Mitglieder des Männerchors "Harmonie" auf ihrer Reise nach Danzig und durch die Masuren. Von Michael Scholten

Gleich zu Beginn der mehrtägigen Studienfahrt durften die Sänger, die gemeinsam mit ihren Frauen und den passieren Mitgliedern nach Polen gereist waren, im dreischiffigen Dom von Oliva sing. Ein festliches Orgelkonzert vor vollbesetzten Bänken war dem gesungenen Gruß aus Rees vorausgegangen. Bei einer Fahrt über die längste Seebrücke Europas genossen die Besucher den Blick auf die Ostsee und zur Westerplatte. Der Kurort Sopot sowie die Städte Gdingen und Danzig, die gemeinsam die Dreistadt bilden, boten zahlreiche Attraktionen, über die gut geschulte Reiseleiter unterhaltsam informierten. Vor allem in der Speicherstadt von Danzig zückten die Niederrheiner begeistert ihre Kameras, um die schönen Giebelhäuser und Tore, aber auch das Rathaus und den Neptunbrunnen festzuhalten. In der Marienkirche hatte der Chor erneut die Gelegenheit, ein Lied vorzutragen. Beim Besuch der Marienburg waren sich die Sänger schnell einig, dass dieser größte Backsteinbau Europas 1997 zu Recht von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Entlang am 82 Kilometer langen Oberlandkanal ging es weiter in die polnische Woiwodschaft Ermland-Masuren. Der Spirdingsee lud zu einer Schifffahrt ein, in den Kirchen der Wallfahrtsorte Reszel und Heilige Linde durfte der Chor vor einem dankbaren Publikum weitere Kostproben seiner Sangeskunst geben.

Das Lagezentrum des Führungsstabes der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, bekannt unter dem Tarnnamen Wolfsschanze, stand ebenfalls auf dem Programm. Die zur Anlage gehörenden 40 Bunker wurden ab 1940 errichtet. Im Bunker Nummer 13 hielt sich Adolf Hitler auf, dort erfolgte am 20. Juli 1944 auch das Attentat durch Graf von Stauffenberg. Als im Januar 1945 die Rote Armee anrückte, wurden alle Bunker gesprengt. Die heute Überrede sollen heute als Mahnmal dienen.

Bei einer Stakenfahrt auf dem Fluss Krutynia erlebten die Reeser die Schönheit der Natur, die auch bei einer Fahrt mit Pferdekutschen nach Galkowo erlebt werden konnte. Ziel war der "Salon Marion Dönhoff", benannt nach der deutschen Journalistin, die ebenfalls an der Vorbereitung des Attentates auf Hitler beteiligt war. Im Januar 1945 floh die Gräfin auf einem Pferd in den Westen und wurde dort als Herausgeberin der "Zeit" bekannt. Renate Marsch-Potocka, eine ehemalige Redakteurin der Deutschen Presse Agentur, erzählte den Harmonisten viel aus dem Leben der bemerkenswerten Frau. Nach einem guten Abendessen und einem gemütlichen Beisammensein, mit Gitarrenmusik und Gesang, ging es zurück zum Hotel.

In Allenstein erzählte eine mehr als 80 Jahre alte Gästeführerin amüsante Anekdoten über ihre Stadt. Auf der Burg Allenstein fand eine Ausstellung über das Leben des Astronomen Nikolaus Kopernikus statt. Beim abschließenden Abendessen in einem Danziger Restaurant am Krantor mussten unbedingt noch die Stimmbänder mit "Danziger Goldwasser" geölt werden, denn am 13. Dezember soll das große Reeser Adventskonzert des Männerchors "Harmonie" in gewohnt hoher Qualität erklingen. Viele Bilder der Polen-Reise haben die Sänger auf ihrer Internetseite "http://harmonie-rees.de" bereitgestellt.

Quelle: RP
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