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Emmerich
Haus im Park: Politisches und feine Druckkunst

Emmerich: Haus im Park: Politisches und feine Druckkunst
Politische Grafik zum Jahreswechsel von Wilfried Porwol. FOTO: evers
Emmerich. Am Freitag wird die Werkschau des Klever Künstlers Wilfried Porwol in der Galerie im Rheinpark eröffnet.

Wilfried Porwol gehört zu einer seltenen Spezies. Zum einen ist der Klever, Jahrgang 1952, einer der wenigen, die das alte Handwerk des Holzstiches noch beherrschen. Zum anderen gehört er zu einer überschaubaren Anzahl von Künstlern, die ihr Metier auch für politische Botschaften nutzen. Das zeigt sich auch in seiner Werkschau, die am kommenden Freitag um 19.30 Uhr im Haus im Park eröffnet wird. Druckgrafiken, Zeichnungen, Malerei und Plakate werden dort gezeigt - insgesamt 72 Werke von den 1970er Jahren bis zur Jetztzeit.

Der politische Porwol ist vor allem im ersten Stock des Hauses im Park vertreten. Plakate gegen Atomkraft oder für den Friedensmarsch wurden von ihm zu den Hochzeiten der links-alternativen Szene gestaltet. Aber auch in der Gegenwart ist er seinen Aussagen treu geblieben: antimilitaristisch und - ganz aktuell - gegen eine Flüchtlingspolitik, bei der die Menschen auf der Strecke bleiben. Dazu greift er manchmal zu drastischen Mitteln, lässt Gewehrläufe aus Hosen ragen oder Schuhabsätze mit der Bezeichnung "Frontex" auf Flüchtlingen herumtrampeln.

Porwol hat dabei aber nicht nur Provokatives im Programm. In seinen Linolschnitten, vor allem aber in seinen Holzstichen geht es eher feinsinnig zu. Etwa in den Bildern, die mit Textpassagen der argentisch-jüdischen Lyrikerin Alejandra Pizarnik versehen sind oder in jenen Werken, die ganz detailliert Gebäude aus der Region wie die inzwischen zum Teil abgerissenen Hartsteinwerke in Goch oder Teile der alten Klinik in Bedburg-Hau zeigen. Ein Film, den die Reeser Künstlerin Carla Gottwein aufnahm, zeigt Porwol bei der Arbeit, die vor allem für einen Holzschnitt besonders mühsam ist. "Vielleicht zwei Quadratzentimeter schaffe ich da am Tag", erklärt er.

Zudem bietet er noch viele perspektivische Spielereien - Reminiszenzen an sein Vorbild M.C. Escher, die er gerne auch mit seinen weiteren Lieblingen verbindet: witzig anmutende Schweine, die in seinen Bildern immer wieder auftauchen.

(bal)
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