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Rees
Heimatverein protestiert bei Sparkassen-Vorstand

Rees. Der Heimatverein Millingen-Empel hat einen Protestbrief an den Sparkassen-Vorstand in Kleve wegen der geplanten Filialschließlungen geschrieben. Nachfolgend der Brief in Auszügen:

"(...) Mit Schreiben vom 17.10.2017 hat die Sparkasse Rhein-Maas bekanntgegeben, dass die Geschäftsstelle in Millingen in diesem Jahr geschlossen wird und ab dem 02.01.2018 ein geändertes Service- und Beratungsangebot in dem Räumlichkeiten der Sparkasse in Rees und darüber hinaus am Standort Haldern SB-technisch zur Verfügung stehen wird. Eine "SB-Zone" in Millingen ist nicht vorgesehen.

Laut Ihrer Aussage ist ein geändertes Nutzerverhalten sowie die zunehmende Digitalisierung Grund genug, die Filiale in Millingen zu schließen. Für den Heimatverein und dessen Mitglieder, aber auch Ihren Kunden gegenüber ist dies ein Affront. Sie benachteiligen mit der Schließung nicht nur die immer älter werdende Bevölkerung und deren fehlende Mobilität und Ängste vor Missbrauch, sondern auch Kinder, die beispielsweise keine Möglichkeit mehr haben, vor Ort Ein-/Auszahlungen von ihrem Sparbuch oder Taschengeldkonto vorzunehmen. Diese offensichtliche Benachteiligung führt zu einer ungerechten Geldversorgung in Ihrer Kundenstruktur. Nehmen Sie billigend in Kauf, dass diese Kunden zu Mitbewerbern abwandern? Ist heute nicht viel mehr eine verbesserte Nachhaltigkeit gegenüber Kunden, Mitarbeitern und Eigentümern gefragt und können aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht eventuell doch Alternativen angeboten werden? Ist es nicht gerade jetzt Aufgabe der Sparkasse, sich von minimalistischen Direktbanklösungen abzuheben?

Neben Rees und Haldern ist Millingen mit rund 3000 Einwohnern Siedlungsschwerpunkt. Zum Einzugsgebiet für die Nahversorgung gehört auch Bienen (rd. 900 Einwohner), Empel (rd. 480 Einwohner), aber auch Praest, Isselburg-Heelden und Vehlingen. (...)

Gerade Heelden und Vehlingen gehörten bis zur Kommunalen Neuordnung 1975 zur Gemeinde Millingen und somit auch zum Geschäftsgebiet der damaligen Verbandssparkasse Isselburg mit Filiale in Millingen. Die Filiale Millingen wurde nach der Kommunalen Neuordnung der Stadtsparkasse Emmerich-Rees zugeschlagen. Eine gut funktionierende Einzelhandelsstruktur im Dorf (Edeka, Bäckerei, Apotheke, Friseur, Post, Schreibwaren-/Lotto- und Floristikgeschäft) wird mit der Maßnahme die Filiale in Millingen zu schließen in Frage gestellt. Durch Wegfall der Bargeldversorgung gehen die Kunden der Sparkasse aber auch Nichtkunden, die den Geldautomaten nutzen, neue Wege, Umsätze bleiben aus, Geschäftsschließungen und eine weitere Schwächung der Infrastruktur in Millingen sind die Folge.

Es kann doch nicht im Auftrag der Sparkasse Rhein-Maas liegen, diese mehr als 5000 Menschen von der Nahversorgung in Millingen abzuhängen. Wozu gibt es denn den öffentlichen Auftrag laut Sparkassengesetz?

Eine Vielzahl der betroffenen Bürger/-innen haben über die Schließung der Millinger Sparkassenfiliale aus der Zeitung erfahren. Wir würden es begrüßen, wenn Sie durch eine Kundenveranstaltung in Millingen die notwendigen Maßnahmen erläutern könnten und sich den Fragen, Sorgen und Nöten der ,Sparkassen-Nutzer' stellen würden. Gerne stellen wir hierzu das Heimathaus zur Verfügung und freuen uns über eine Rückmeldung von Ihnen.

(...) Als oberstes Gremium haben wir den Verwaltungsrat der Sparkasse Rhein-Maas in einem Schreiben gebeten, die Prüfung einer möglichen Einrichtung einer SB-Zone/Geldautomat oder eines Einsatzes einer mobilen Sparkasse in Millingen vorzunehmen. (...)

Quelle: RP
 
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