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Helmut Burgschat regiert in Haldern

Rees: Helmut Burgschat regiert in Haldern
Helmut Burgschat jun. heißt der neue Schützenkönig der St. Josef-Schützenbruderschaft Haldern. Foto: Thorsten Lindekamp FOTO: Thorsten Lindekamp
Rees. Vor 25 Jahren war der heute 39-Jährige Kinderkönig der St. Josef-Schützenbruderschaft.

"Jetzt kann es nicht mehr lange dauern", war die Meinung der Umstehenden, als um 13.40 Uhr ein lauter Aufschrei durch die Menge ging und der hölzerne Vogel auf dem Lindenplatz in Haldern gewaltig wackelte. Denn dort feierten die ungefähr 750 Mitglieder der St. Josef-Schützenbruderschaft ihr Schützenfest. Doch da hatten sich die Schützen unter der Vogelstange geirrt, denn der Vogel wehrte sich heftig.

Obwohl dieser nur noch an einem kleinen Stück auf Position 8 Uhr fest saß, dauerte es noch bis exakt um 14.06 Uhr, bis mit dem 139. Schuss auf den Rumpf der 35-jährige Helmut Burgschat jun. vom 9. Zug bei seinem ersten Versuch als neuer Schützenkönig des Lindendorf feststand und die Gratulationen seiner Kameraden entgegennehmen konnte.

Mit den Brüdern Gregor und Andreas van den Boom, die ebenfalls die Königswürde erringen wollten, hatte sich der Malermeister einen fairen Kampf geliefert und das Quäntchen Glück gehabt, das neben einer sicheren Hand dazu gehört, um als Schützenkönig für das nächste Jahr zu regieren.

"Nein, das kann doch wohl nicht wahr sein", war dann auch sein erster Gedanke, "aber ich freue mich wie Sau!" Das Gefühl, König zu sein, kennt Burgschat jun., denn vor genau 25 Jahren war er schon Kinderschützenkönig.

Anne Eimers (33), die ebenfalls als Malerin tätig ist und sich seit heute Schützenkönigin nennen darf, konnte es noch gar nicht richtig glauben und gestand, dass sie das erst einmal realisieren müsse.

Die Preise hatten sich im Vorfeld Leo Fischer (Krone), Günther Häsel (Kopf), Tom Mrosek (linker Flügel), Walter Girnth (rechter Flügel), Christian Teloh (Reichsapfel), Torsten Böhling (Zepter) und Achim Baumann (Schwanz) gesichert.

Beim Kinderwettbewerb war der 15-jährige Jonas Cirkel bereits um kurz vor 12 Uhr nach dem 59. Schuss erfolgreich und ist neuer Kinderschützenkönig der Schützenbruderschaft. "Im ersten Moment habe ich das gar nicht glauben wollen," erklärte der junge Mann, "erst als die anderen um mich herum gejubelt haben, begriff ich so langsam, dass ich Kinderschützenkönig bin." Zur Kinderschützenkönigin wählte er sich die 14-jährige Liliane Meier, die die Nachricht übers Handy erfahren hatte und erst noch von zu Hause abgeholt werden musste.

Tolle Jugendarbeit

Bei den Kindern gingen die Preise an Hendrik Ostendorp (Kopf), Jette Diebels (linker Flügel), Luca Karczewski (rechter Flügel), Tom Isling (Reichsapfel) und Patrick Hildenhagen (Zepter).

Lobend erwähnte Hubert Stevens, dass die Haldener Schützenbruderschaft eine tolle Jugendarbeit leiste und der Nachwuchs an Jugendlichen ein Traum sei. Und es sei gar nicht selten, dass Vater, Sohn und Enkel gemeinsam das Schützenfest feiern würden.

Eine lange Tradition hat die St. Josef Schützenbruderschaft in Haldern, die dem Bund der Historischen Schützenbruderschaften angeschlossen ist. Der älteste bekannte Nachweis über die Entstehung des Vereines datiert auf den 16. Juni 1593, und somit kann der Verein im nächsten Jahr das 425. Jubiläum feiern. Die ungefähr 750 Mitglieder sind in insgesamt 24 Zügen, dem Bundesschützenspielmannszug sowie den Fahnenschwenkern und der Schießgruppe organisiert.

Am heutigen Montag treffen sich die Schützen um 9.30 Uhr auf dem Marktplatz an der Lindenstraße zum Preis- und Vizekönigschießen. Um 18 Uhr ist Antreten am Festzelt zum Festumzug mit Fahnenschwenken. Um 20 Uhr beginnt der Festball im Festzelt.

(B.T.)
 
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