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Emmerich
Hendricks: Streit um Betuwe-Sicherheit beigelegt

Emmerich. "Die Forderungen der Feuerwehren entlang der Betuwe-Linie wurden erfüllt", so die SPD-Bundestagsabgeordnete. Von Christian Hagemann

Der Streit um die Sicherheitsstandards an der Betuwe-Strecke scheint beigelegt. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die gestern die SPD-Bundestagsabgeordnete für den Kreis Kleve, Barbara Hendricks, verschickt hat. "Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Betuwe-Beteiligten können die Ansprüche der Anliegerfeuerwehren mit speziellen Löschsystemen befriedigt werden", heißt es darin.

Durch Unterstützung aller Beteiligten werde es für das Land möglich, eine Finanzierung für die besonders leistungsfähigen Löschsysteme zu garantieren. "Damit ist eine umfassende Lösch- und Kühlwasserversorgung entlang der gesamten Strecke gewährleistet. Beim Ausbau der Strecke zwischen Ruhrgebiet und holländischer Grenze wird es zudem Zuwegungen an die Strecke im Abstand von 600 Metern geben", schreibt Hendricks. Bekanntlich gab es um die Sicherheit an der Strecke einen Streit zwischen den hiesigen Feuerwehren und der Bahn. Er gipfelte darin, dass sich im März 2015 die Bürgermeister von Emmerich und Rees sowie der Kreis Klever Landrat mit den Wehren solidarisch erklärten.

Die Feuerwehren wollten breitere Zugangstüren entlang der Strecke, um mit schwerem Gerät an einen Unfallort zu kommen oder mehr Zugangstüren, die lediglich alle 1000 Meter geplant waren. Insbesondere bei einem Unfall mit gefährlichen Chemikalien wären Leib und Leben der Anwohner, der Feuerwehrleute und der weiteren Rettungskräfte gefährdet, fürchteten sie.

Hendricks erklärt nun, dass nach langen Verhandlungen endlich eine Lösung gefunden wurde, die alle Beteiligten zufrieden stellt: "Im konstruktiven Dialog mit allen Akteuren haben wir heute einen Kompromiss zugunsten der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger erzielt. Die Forderungen der Feuerwehren entlang der Betuwe-Linie wurden erfüllt. Ich bin mir sicher, dass das Ergebnis die Akzeptanz für den Ausbau der Strecke fördern wird."

In der Mitteilung wird auch Michael Groschek, Verkehrsminister NRW, zitiert, der sich ebenfalls erleichtert zeigt. Und auch Ronald Pofalla, Vorstand Wirtschaft, Recht und Regulierung der Deutschen Bahn: "Mit der heute getroffenen Lösung verhindern wir zugleich, dass es zu weiteren Verzögerungen beim Ausbau der wichtigen Güterverkehrsachse von europäischem Rang kommt. Wir haben damit eine verlässliche Basis für die weitere Planung."

Bei der Löschwasserversorgung kommt das sogenannte Hytrans Fire-System (HF-System) zur Anwendung. Dies ist ein innovatives System zur beweglichen Wasserversorgung mit speziellen Fahrzeugen. Diese führen bis zu 4000 Meter lange Schläuche mit einem doppelt so großen Durchmesser wie herkömmliche Schläuche sowie hochleistungsfähige Pumpen und Motoren mit sich. So können die HF-Systeme über einen langen Zeitraum Wasser mit hohem Druck zum Löschen und Kühlen bereitstellen.

Die DB hat in dem Streckenabschnitt zwischen der niederländischen Grenze und Oberhausen wegen der Nähe und Dichte der anliegenden Städte deutlich mehr Zuwegungen geplant. Während die entsprechende Richtlinie einen Abstand von 1000 Metern vorsieht, soll künftig eine Zuwegung durchschnittlich alle 600 Meter gebaut werden.

Alle an den Gesprächen beteiligten Parteien erklären einen Klageverzicht hinsichtlich eines mangelnden Brandschutzes.

Quelle: RP
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