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Emmerich
Hilfe zur Erziehung wird immer teurer

Emmerich: Hilfe zur Erziehung wird immer teurer
Für das Jugendcafé am Brink stehen rund 215.000 Euro im Haushalt 2016 zur Verfügung. FOTO: Axel Breuer
Emmerich. In der ersten Jugendhilfeausschuss-Sitzung im neuen Jahr ging es um den Haushalt. Der Finanzbedarf liegt bei zehn Millionen Euro für die Kinder- und Jugendhilfe. Jugendcafé kostet 215.000 Euro. Mehr Betreuung für Flüchtlingskinder.

Der Zuschussbedarf beläuft sich auf insgesamt rund zehn Millionen Euro, für das Jugendcafé stehen rund 215.000 Euro im Haushalt 2016. Am teuersten sind die "Hilfen zur Erziehung", die rund 53 Prozent des Budgets ausmachen, und "Kita und Tagespflege" mit rund 38 Prozent. "Die Kosten HzE stiegen 2010 bis 2014 um rund 40 Prozent, die Fallzahlen von 189 auf 243", erläuterte Gaby Niemeck in der ersten Sitzung des Jugendhilfeausschusses im neuen Jahr. Zwar erhöhte sich die Zahl von 2014 auf 2015 nur um einen Fall, aber die Hilfen würden immer teurer werden, so Niemeck.

Der Jugendausschuss beschloss, zusätzliche Gelder für Betreuungsmöglichkeiten für Flüchtlingskinder im Haushalt 2016 bereitzustellen. Seit dem 1. Oktober laufen zwei Betreuungsgruppen der Waisenhausstiftung mit jeweils fünf Kindern mit ihren Müttern. Zwei weitere Gruppen wurden vom Landschaftsverband Rheinland ab dem 1. Januar bewilligt. Auch diese werden nicht ausreichen, so Niemeck. Zurzeit wohnen in Emmerich 51 Flüchtlingsfamilien mit insgesamt 114 Kindern. Im Budget 401 sollen Gelder in Höhe von 34.800 Euro für vier zusätzliche Gruppen zur Verfügung gestellt werden, je Betreuungspaket werden von der Waisenhausstiftung 8700 Euro veranschlagt. Auch eine Schulkinder-Betreuung an der Leegmeerschule ist bereits überfüllt, weiterer Bedarf ist vorhanden. Zurzeit werden in Emmerich 20 unbegleitete minderjährige Jugendliche betreut. Dafür soll im Haushalt 2016 ein eigenes Sachkonto eingerichtet werden.

Der jährliche Betriebskostenzuschuss für Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit, der derzeit 18.360 Euro beträgt, soll aufgrund einer veränderten Ausgangssituation, unter anderem die Auflösung des Jugendheims in Speelberg, neu berechnet werden. Zehn Prozent davon sollen ausschließlich für eigenständige Jugendverbände ohne Zuordnung zu einem Erwachsenenverband, wie beispielsweise MuKie e.V., als Veranstaltungszuschuss verwendet werden.

Der Restbetrag und die verbleibenden 90 Prozent sind für Träger (z.B. Kirchengemeinden) mit Räumlichkeiten für offene Kinder- und Jugendarbeit bestimmt. 40 Prozent der Summe wird nach Größe der Einrichtungen verteilt, 60 Prozent nach Nutzung für Kinder- und Jugendarbeit, die in Stunden berechnet wird. "Statt mit der Gießkanne zu streuen, geht das Geld da hin, wo viel passiert", sagte Bürgermeister Peter Hinze.

Emmerich wurde ein Förderbetrag von knapp 190.000 Euro für den Ausbau von U3-Plätzen zur Verfügung gestellt, 8500 Euro davon wurden abgerufen. Zurzeit bestehe ein hoher Bedarf an Ü3-Plätzen, dafür dürfe das Geld aber nicht genutzt werden. "Wir arbeiten teilweise mit Überbelegung, zehn Kinder mit Rechtsanspruch stehen auf der Warteliste", sagte Nicole Sluyter vom Jugendamt.

Derzeit plant die Landesregierung ein Kita-Investitionspaket, mit dem auch Plätze für Kinder über drei Jahre gefördert werden können. "Sobald hier konkrete Förderungsvoraussetzungen und eine Finanzierungshöhe bekannt sind, wird die Verwaltung ein Konzept für die Schaffung weiterer Kindergartenplätze erarbeiten, auch im Hinblick auf Flüchtlingskinder", sagte Niemeck, die abschließend die neue Dienstanweisung zur Sicherstellung des Kinderschutzes bei Kindeswohlgefährdung vorstellte. "Wir hatten vorher eine Handlungsanweisung, die in den wichtigsten Punkten aber das gleiche Verfahren beinhaltete", sagte sie. Sie gab an, dass am 19. März eine Fachtagung zum Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen stattfinden wird.

Quelle: RP
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