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Rees
Hrubesch passte nicht ins Rees-Trikot

Rees. Der Coach absolvierte 2003 in Rees mit der U-20-Nationalmannschaft ein denkwürdiges Trainingslager. Von Sebastian Latzel

Den ganz großen Titel hat er knapp verpasst, die Sympathien vieler Fußballfans gewonnen. Horst Hrubesch war mit seiner lockeren Art der Gegenentwurf zum Konzepttrainer aktueller Prägung. Auch in Rio trug Hrubesch sein Herz auf der Zunge und erinnerte Ludger Beltermann dabei immer wieder an den Besuch des Trainers in Rees. Vom 29. September bis 2. Oktober 2003 kam Hrubesch mit der U-20 Nationalmannschaft zum Trainingslager nach Rees. Hrubesch war damals Assistent, Chef war UIi Stielike. "Hrubesch war ganz so wie er auch bei Olympia rüberkam. Er hat absolut keine Starallüren, hat für jeden ein lustiges Wort gehabt", berichtet Beltermann, der für die Stadt das Trainingslager mitorganisiert hatte. Bekanntlich hoffte Rees darauf, bei der WM im eigenen Land das Quartier für ein Team stellen zu können. Da wollte man sich auch beim DFB-Nachwuchs als guter Gastgeber präsentieren.

Die U 20 war damals mit Spielern angereist, die später feste Größen in der Bundesliga werden sollten wie Mike Hanke, Christian Schulz oder Torschützenkönig Alex Meyer. Im Blickpunkt stand aber immer wieder Hrubesch, der jede Pressekonferenz zur One-Man-Show machte. Berührungsängste mit seinen Gegenspielern kannte Horst Hrubesch schon in seinen Zeiten als "Kopfballungeheuer" nicht, und auch mit den Reesern wurde der Co-Trainer der U-20-Nationalmannschaft schnell warm.

So fragte er die Verantwortlichen des SV Rees still und heimlich: "Habt Ihr hier nicht ein paar Freikarten für den Dom?" Die Reeser mussten damals erst mal nachhaken, bis sie herausfanden, dass Hrubesch die Kirmes meinte, die in Hamburg "Dom" genannt wird. Freikarten gab es für Hrubesch zwar nicht, auf die Kirmes zog er nach dem Training trotzdem. Auch einige Spieler nutzten die willkommene Abwechslung nach dem Lauftraining und flanierten im Trainingsanzug über das Gelände. "Wir sind aber auf kein Karussell gegangen", versicherte Hrubesch, als Chef Uli Stielike bei dem Geständnis streng guckte.

Hrubesch genoss die Zeit in Rees: Mit einigen U-20-Kickern schlich er sich Dienstagabend aus dem Hotel, um eine Kneipe zu suchen, in der er das Champions-League-Spiel von Bayern München sehen konnte. In der Reeser Gaststätte "Köpi" schauten sich die prominenten Gäste das Spiel dann auf einer Großleinwand an. Am Ende des Besuchs trug er sich zusammen mit Stielike ins Goldene Buch der Stadt ein, auch hier gab es natürlich den passenden Kommentar. Als die Reeser dem Hünen als Geschenk ein "Rees-Trikot" überreichten, musterte der das Kleidungsstück skeptisch und fragte: "Habt Ihr das auch in meiner Größe?"

Quelle: RP
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