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Isselburg
"Ich musste erst mal Luft holen"

Isselburg: "Ich musste erst mal Luft holen"
Wenn Zahlen auf einem Bildschirm plötzlich ganz wichtig werden: Bürgermeister Rudi Geukes (links) und Dr. Theo Beine von der CDU gestern Abend im Rathaus. FOTO: Monika Hartjes
Isselburg. Isselburgs Bürgermeister Rudi Geukes (SPD) hatte mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD gerechnet. Doch die CDU legte um 7,5 Prozent zu, die SPD büßte 9,7 Prozent ein. Wahlbeteiligung fiel höher aus. Von Monika Hartjes

Rudi Geukes war überrascht, als er um 18 Uhr die erste Hochrechnung der Landtagswahl sah. "Nach der ersten Prognose musste ich erst mal Luft holen", sagte er. "Ich habe schon mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD gerechnet, aber dass es so deutlich für die CDU ausfällt, das erstaunt mich. Als SPD-Bürgermeister bin ich natürlich enttäuscht."

Gespannt verfolgte er am Abend in der Verwaltungsnebenstelle an der Hüttenstraße gemeinsam mit anderen Politikern auch die Zahlen, die aus den sieben Stimmbezirken und dem Briefwahlbezirk in Isselburg kamen und an einem Monitor angezeigt wurden. Die Ergebnisse vom Bürgerhaus Vehlingen waren nach rund einer Stunde nach Schließung der Wahlbüros die ersten, die auf dem Monitor erschienen, die Ergebnisse aus dem Vereinsheim des FC Heelden kamen danach.

Gegen 21 Uhr kamen die vorläufigen Endergebnisse aus allen acht Wahlbezirken. Von 7765 Wahlberechtigten gingen 5261 zur Wahl. Das ist eine Wahlbeteiligung von 67,7 Prozent. "Bei der letzten Wahl waren es unter 60 Prozent. Die höhere Wahlbeteiligung zeichnete sich ab, weil die Anzahl bei der Briefwahl schon sehr hoch war", sagte Geukes. Die CDU wurde mit 41,3 Prozent der Stimmen, insgesamt 2156 Stimmen, stärkste Partei in Isselburg. Damit legte sie im Gegensatz zur Wahl 2012 insgesamt 7,5 Prozent zu. Die SPD büßte diese Position ein, indem sie 9,7 Prozent der Stimmen verlor und nur noch auf 32,6 Prozent kam. Auch die Grünen verzeichneten Verluste, sie bekamen nur 4,6 Prozent, 2,5 Prozent weniger. Die FDP legte 3,3 Prozent zu, kam auf 10,5 Prozent. Die AfD bekam 265 Wählerstimmen, das sind 5,1 Prozent. "Dass die AfD von Null auf über fünf Prozent kam, ist erschreckend", meinte Kurt Istemaat, stellvertretender Bürgermeister der CDU. Ansonsten war er sehr zufrieden mit dem Ergebnis. "Die rot-grüne Regierung wurde für ihre Wirtschafts- und Schulpolitik abgestraft." Durch den Wechsel in Düsseldorf werde man vor allem auch im ländlichen Bereich profitieren, meinte Stefan Schweers, Ratsmitglied der CDU.

Dr. Theodor Beine, Fraktionsvorsitzender der SPD, fand die Wahl insgesamt "arg enttäuschend" für seine Partei. In Bezug auf die AfD-Wähler habe er beim Auszählen merkwürdige Kombinationen festgestellt, dass diese die Erststimme der SPD oder CDU gaben und mit der Zweitstimme die AfD wählten. "Wir hier vor Ort haben eine gute Politik gemacht", sagte er. "Wir lassen uns jetzt Zeit für die Analyse und überlegen, was wir auf Ortsebene für die kommende Bundestagswahl besser machen können." Für die Bürgermeisterwahl im Januar werde die SPD erst im September ein Statement abgeben.

Quelle: RP
 
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