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Emmerich
Idee: Automat für die Ausleihe

Emmerich. Ein Selbstbuchungssystem für die Stadtbücherei würde rund 80 .000 Euro kosten. Das Land bezuschusst die Anschaffung mit 50 Prozent Die Emmericher Kommunalpolitiker sind nicht abgeneigt, wollen aber noch mal beraten.

Magdalena Janssen-Koeller sagt es deutlich. "Personell sind wir ausgereizt", so die Leiterin der Stadtbücherei im Kulturausschuss. Während der 20-stündigen Wochenöffnungszeit werde das Team der Bücherei (3,13 Stellen verteilt auf vier Personen) bereits durch ehrenamtliche Helferinnen unterstützt. Und dennoch, "können wir unseren Kunden oft nicht so zur Seite stehen, wie wir es gern würden", so Janssen-Koeller. Denn oft seien sie und ihre Mitarbeiter an Aufgaben gebunden, die die Kunden eigentlich selbst machen könnten. Etwa die Verbuchung der Ausleihe und die Rückgabe der Medien und das Kassieren von eventuellen Strafgeldern. Daher wünscht sich die Leiterin eines: eine Selbstverbuchungseinrichtung mit RFID-Technik, wie sie den Politikern im Kulturausschuss mitteilte.

Mit einer solchen Einrichtung könnten Kunden ihre Bücher selber buchen und unkompliziert ausleihen. Das funktioniere über das Scannen von einzelnen Etiketten, die in die Medien eingebracht würden - und gleichzeitig auch gegen Diebstahl sicherten. "Die Diebstahlsicherungsanlage ist über 20 Jahre alt", so Janssen-Koeller. Und obendrein noch defekt. 1200 Euro kostet die Reparatur. Die tut dringend Not. Die Diebstahlquote steigt. Allein der Wiederbeschaffungswert der gestohlenen Sachbücher summiert sich für 2014 auf rund 1400 Euro. 2015 waren es in allen Bereichen über 2000 Euro. "Und die Hemmschwelle sinkt. So wurden kürzlich während der Öffnungszeiten aus einem PC eine Speicherkarte und zwei Kabel gestohlen", schildert Janssen-Koeller. Personal einsparen soll das neue System nicht. Vielmehr könnten sich die Fachkräfte endlich wieder vermehrt um Kunden kümmern. Denn 2015 suchten immerhin bei Besucherzahlen von 39 .000 rund 3880 auch ein Beratungsgespräch mit den Fachkräften. Bibliothekarin Janssen-Koeller schätzt, dass das Selbstbuchungssystem rund 80 .000 Euro kosten würde. Zusätzlich würden 5000 Euro für den Umbau der Theke gebraucht. Eine Rückgabeklappe wäre ebenfalls wünschenswert. Gegenwärtig könnte auch bis zum 30. November ein Antrag auf Förderung gestellt werden. Bis zu 50 Prozent würde das Land bezuschussen.

Der Politik war die Kostenaufstellung zu vage, signalisierte aber Interesse. So soll die Leiterin nun die genauen Kosten herausfinden. Gleiches gilt für mögliche Folgekosten zur Unterhaltung der Technik.

Da bereits 2017 die Umstellung auf das neue System anlaufen soll, der Förderantrag bis 30. November gestellt sein muss, der Kulturausschuss aber erst an dem Tag tagt, wird über die Einführung des neuen Buchungssystem wohl in einer Sondersitzung des Kulturausschusses entschieden werden müssen.

(seul)
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