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Emmerich
IG Biss: Ausbau der A3 wäre "katastrophal"
Emmerich: IG Biss: Ausbau der A3 wäre "katastrophal"
Noch ist die Autobahn 3 bei Emmerich nicht überfüllt, Staus sind selten. Aber aus den Niederlanden soll bald mehr Lkw-Verkehr anrollen. FOTO: end:
Emmerich. Die IG Biss warnt vorm Verkehrskollaps. Gerade weil die Autobahn ausgebaut wird. Sie plädiert stattdessen für eine größere Betuwelinie. Von Sina Zehrfeld

Die IG Biss hat mit echter Entrüstung auf den Plan reagiert, die Autobahn 3 nun sechsspurig auszubauen. "Die Güterverkehre per Lkw über die BAB 3 ins Ruhrgebiet und weiter zu lenken" wäre "eine katastrophale Fehlentwicklung", so der Vorsitzende Karl-Heinz Jansen empört.

Wie berichtet nehmen Experten an, dass auch eine ausgebaute Betuwe-Strecke bald nicht mehr für den Transport von Gütern per Bahn ausreichen wird. Das liegt an dem enormen Wachstum, das der Rotterdamer Hafen verzeichnet.

Die Niederlande planen den Ausbau von Autobahnen, um entsprechend mehr Lkw auf die Straße zu schicken. Der Verkehr würde dann über die niederländische A12 auf die A 3 in Richtung Ruhrgebiet gelenkt. Die Belastung der Strecke würde enorm zunehmen. Also schlagen die Politiker im Regionalrat auch die Erweiterung der A3 vor.

Das wäre grundverkehrt, ist Jansen ungehalten: "Von der Politik wird seit Jahren propagiert, dass die Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden müssen – was ja auch richtig ist", sagt er. "Und jetzt wird eine Bahntrasse nach 20 Jahre alten Plänen verwirklicht, von der man jetzt schon sagen kann, dass sie niemals ausreichen wird. Und gleichzeitig präsentiert man uns den Ausbau der Autobahn als Lösung."

Die heftige Zunahme des Schwerlastverkehrs würde außerdem "für das Nadelöhr Ruhrgebiet bis noch nach Köln in Stoßzeiten den Verkehrskollaps bedeuten", so Jansen weiter.

Und ohnehin wolle man schließlich auch den Berufsverkehr weg von der Straße und auf die Schiene bringen. Wenn aber die Zugstrecke durch den Güterverkehr aus allen Nähten platze und schlicht überlastet sei, sei mit Verspätungen und Ausfällen auch im Personenverkehr zu rechnen. Das sei schließlich jetzt bereits der Fall, so Jansen. Die Folge: "Man wird erreichen, dass auch noch der Berufsverkehr sich ab Wesel auf die Straße verlagert."

Die einzig vernünftige Lösung wäre nach Ansicht von "Biss" der Neubau einer eigenen, von der Wohnbebauung abgelegenen Gütertrasse, die von Anfang an groß genug angelegt wäre. Auf der bestehenden Strecke könnte man den Personennahverkehr dann sogar noch ausbauen. "Das ist die beste Lösung, die man erreichen kann. Man muss kein Prophet sein, um das zu erkennen", meint Jansen.

Wer die "negativen Entwicklungen" rund um die Betuwe-Linie weiterhin ignoriere, müsse auch die Verantwortung für zunehmend schlechte Verkehrsverhältnisse am rechten Niederrhein übernehmen. Das betreffe "in erster Line unsere Kommunalen Politiker, Betuwe-Arbeitskreise und Beiräte, Landespolitiker, aber auch die Bürger selbst, die nicht aktiv für eine Verbesserung kämpfen."

Quelle: RP
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