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Emmerich
Im ehemaligen Café Terrasana kocht nun "Nuri" Anik

Emmerich: Im ehemaligen Café Terrasana kocht nun "Nuri" Anik
Endlich darf er wieder hauptberuflich kochen: Nurettin Anik, von allen nur kurz "Nuri" genannt, ist mit der Familie zurück in Emmerich. FOTO: miry
Emmerich. Vor wenigen Tagen hat das Restaurant "Öz Viransehir" an der Kaßstraße eröffnet. Es bietet frische Gerichte vom Holzkohlegrill.

"Nuri" ist wieder da. Lediglich Freunde des orientalischen Gaumenschmauses werden bei diesem Namen nicht unbedingt an Nuri Sahin denken. Und ganz so bekannt wie der Fußballprofi von Borussia Dortmund ist Emmerichs "Nuri" ja auch nicht. "Wer meinen Namen liest, der freut sich und weiß Bescheid", behauptet Nurettin Anik. Und lächelt in seinen breiten Schnäuzer hinein. Der 53-Jährige macht im weißen Hemd und in schwarzer, bodenlanger Schürze wieder das, was er am besten kann: kochen, orientalischer Stil.

Vor wenigen Tagen hat Öz Viransehir eröffnet. Das Restaurant mit Spezialitäten vom Holzkohlegrill gab es von Mitte 2010 bis Jahresende 2012 schon einmal in Emmerich. Und zwar in Leegmeer, Alte 's-Heerenberger Straße. "Das Geschäft lief gut, wir hatten viele Kunden", erinnert sich Nurettin Akin gern. Ein Streit mit dem Vermieter sorgte letztlich für die Geschäftsauflösung.

Seitdem haben die Akins nach einer Alternative gesucht. "Ich habe zwischendurch in Druckereien in Bocholt und Hamminkeln gearbeitet. Unsere Profession war und ist aber, ein Restaurant zu führen", sagt Koch "Nuri". Chef ist er übrigens wieder nicht. In Leegmeer war sein Sohn Mehmet Anik verantwortlich. Im ehemaligen Café Terrasana, Hinter dem Schinken 14 gegenüber der Rhein-Center-Passage an der Kaßstraße, hat Nurettins Tochter Gülsah (26) das Sagen. Und hofft ebenso wie der Papa, dass die Hungrigen orientalische Tellerspeisen an der Fußgängerzone zu schätzen wissen.

Öz Viransehir ist kein Familienname. Öz steht für "echt". "Wir nutzen nur den Holzkohlegrill oder den Topf. Fleisch und Gemüse sind immer frisch, haben wenig Fett und kommen nicht aus der Gefriertruhe oder aus der Dose", sagt Anik. Es gibt nur wenige Ausnahmen von der Frische-Regel. Die grünliche Okraschote etwa, geschmacklich dem Spargel nahe, ist in Deutschland nur schwer auftreibbar. "Da muss dann schon mal eine Dose aus der Türkei her", so Anik.

Viransehir heißt ein 5000 Jahre alter Ort im Südosten der Türkei, aus dem die Familie stammt. Die 90 000-Einwohner-Stadt nahe der Grenze zu Syrien steht für die anatolische Küche. "Wegen der dort einst auch verlaufenden alten Seidenstraße von Europa nach Asien haben sich im Laufe der Jahrhunderte viele Geschmacksrichtungen getroffen", hebt Anik hervor, "die Köche haben so nur das Beste genommen."

Die übersichtliche, aber feine Speisekarte im Emmericher Domizil spiegelt das wider. "Fleisch ist bei uns nicht gleich Fleisch. Jedes Gericht schmeckt anders", versichert der Koch.

Kostprobe(n)? Den groben Spinat-Topf mit Hackfleisch, Zwiebeln, Tomatenmark, sanftem Joghurt und Bulgur - die mit Tomaten und Zwiebeln aufgekochte Hirse kommt nicht ganz so fein wie Couscous daher - gibt es in Emmerich auf keiner zweiten Speisekarte. Nurettin Anik empfiehlt dazu gefüllte Weizengrieß-Taschen. Oder gefüllte Weinblätter als Vorspeise.

(miry)
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