| 15.10 Uhr

Emmerich
Immer mehr Tankbetrüger

Emmerich. Die Zahl der Tankbetrügereien, bei denen gestohlene Kennzeichen verwendet werden, häufen sich. Allein in Emmerich gab es in den letzten Wochen vier Fälle. Von Markus Balser

Ganz aktuell fahndet die Polizei nach zwei Männern. Einer davon hat erst am Sonntagvormittag bei der Shell-Tankstelle am Grollscher Weg getankt und ist dann – ohne zu bezahlen – mit seinem goldfarbenen Renault Clio über 's-Heerenberger und Eltener Straße in Richtung Elten davon gefahren. Der Vorfall ereignete sich um 11.45 Uhr.

Wie die Polizei bereits in Erfahrung brachte, war das Kennzeichen des Clios vor drei Wochen von einem auf der Hansastraße abgestellten Pkw gestohlen worden. Klar ist mittlerweile auch, dass es für zwei weitere Tankbetrügereien benutzt wurde: Am 10. März an der BFT-Tankstelle Ostermayerstraße und am 18. März an der Star-Tankstelle in Elten.

Ganz ähnlich verhält es sich auch mit dem Fall, der sich am 21. Februar an der Jet-Station Reeser Straße ereignete. Und auch hier waren die Nummernschilder (KLE-WJ 315) zuvor gestohlen worden. Sie stammten von einem auf der Bahnhofstraße geparkten Fahrzeug.

Zehn Prozent mehr Fälle

Auch Horst Derksen von der Aral-Tankstelle in Elten ist schon Opfer solcher Betrüger geworden. "Das passiert mittlerweile leider ständig. Diese Fälle haben ganz klar zugenommen", sagt er. Bestätigt wird er in seiner Ansicht durch die erst kürzlich veröffentlichte Kriminalitätsstatistik der Kreispolizeibehörde. Im gesamten Kreis Kleve stieg die Zahl der Tankbetrügereien von 173 im Jahr 2008 auf 296 im Jahr 2009 an. Landesweit gab es einen Zuwachs um 10 Prozent. Ein Trend, der sich fortzusetzen scheint. Vor allem dann, wenn die Benzinpreise – so wie jetzt – besonders hoch sind.

Immerhin: Rund die Hälfte aller Fälle konnte aufgeklärt werden.

Polizeisprecher Manfred Jakobi weiß deshalb, dass die Täter oft aus dem hiesigen Raum stammen. Sie gehen immer wieder nach der gleichen Masche vor: "In der Regel werden erst die Kennzeichen gestohlen, dann kommt es zum Tankbetrug." Dabei wird es den Kennzeichendieben oft allzu leicht gemacht. "Dadurch, dass viele Nummernschildhalterungen mittlerweile aus Plastik sind, können die Diebe schnell mit einem Schraubenzieher an die Kennzeichen kommen. Sie brechen sie aus den Halterungen heraus", sagt Jakobi. Er rät dazu – sofern es am Fahrzeug möglich ist – die Nummernschilder zusätzlich mit einer Mutter zu sichern: "Das macht einen Diebstahl zwar nicht unmöglich, erschwert den Tätern aber ihr Vorgehen."

Quelle: RP
 
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