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Emmerich
Indien: Mangobäume weihnachtlich geschmückt

Emmerich. "O Mangobaum, O Mangobaum, wie grün sind deine Blätter", so müsste man eigentlich in Indien am 24. Dezember singen, denn dort werden statt Tannen Mangobäume weihnachtlich geschmückt. Von Werner Stalder

Wie feiert man in Indien Weihnachten? Indische Studenten erzählten im ehemaligen Pfarrhaus der Kirche Christus-König in Kleve von den Besonderheiten auf ihrem Subkontinent. Einige Studenten haben im Pfarrhaus ein Zuhause gefunden.

Die indische Bevölkerung besteht zu 2,4 Prozent aus Christen - immerhin 28,8 Millionen Menschen ausmacht. Die Studenten im Alter von 22 bis 26 Jahren kommen aus dem indischen Bundesstaat Kerala, studieren an der Hochschule Rhein-Waal Maschinenbau und Bionik und leben seit zwei Monaten und bis zu zwei Jahren in Kleve und Nütterden.

Die Adventszeit bedeutet für die christlichen Inder eine Fastenzeit. Vor allem die Kinder besuchen in dieser Zeit täglich die Heilige Messe. Mit der nächtlichen Weihnachtsmesse, die bis zu zwei Stunden dauern kann, wird das Fest eingeleitet, und danach wird ein Kuchen angeschnitten und verteilt. Besonders typisch für das Festmahl sind Curryreis, Gemüse und Fleisch.

Weihnachten bedeutet in Indien "Großer Tag", und das ist er auch! Die Mangobäume sind mit Lichterketten und Lametta geschmückt. Dabei lautet die Devise: Je bunter, desto besser! Kleine Bäume aus dem Garten werden geschnitten und bunt dekoriert in der Nähe der Krippe im Haus aufgestellt. Daran hängen kleine Geschenke für die Kinder. An jedem Haus, auch bei den Hindus, findet man einen Stern und bei den Christen eine Krippe. "Es gibt sogar einen Wettbewerb für die schönste Krippe", sagt Allwin Alex (25) aus Pala, der Messdiener in der Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt Kleve ist. Ein schöner Brauch ist auch, dass Erwachsene nach dem Mitternachtsgottesdienst mit einer kleinen Jesusfigur von Haus zu Haus gehen, Weihnachtslieder singen, Spenden für Arme sammeln und betend die Botschaft verkünden: "Christus ist geboren."

In Kleve treffen sich einmal monatlich rund 45 indische Studenten mit Pfarrer Francis und den Schwestern Regin und Anns aus dem Franziskushaus zum Austausch im Kapuzinerkloster. Zu dieser Gruppe gehören Christen, Hindus und Moslems. "Es gibt keine Probleme, alle respektieren den katholischen Priester", sagt Rohan Sebastian (22) aus Mumbai. Man freut sich über das indische Essen, über Spiele und über neue Leute und Planungen.

In Kerala ist es üblich, in der Familie jeden Abend den Rosenkranz zu beten. So gab diese Gruppe den Anstoß zum Rosenkranzgebet jeden ersten und dritten Samstag um 19 Uhr in der Unterstadtkirche. Wenn möglich, besuchen die Studenten an Sonn- und Werktagen den Gottesdienst. Nach der Messe in der Unterstadtkirche sind sie beim Kirchenkaffee im Pfarrhaus. Zweimal wöchentlich unterrichtet Helga Petersen Deutsch.

Da nur ein sehr kleiner Teil Indiens das traditionelle europäische Weihnachten feiert, ist neben der typischen Weihnacht das Diwali-Fest, "Lichterfest", von hoher Bedeutung.

Quelle: RP
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