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Emmerich
Integrationsrat: Zu wenig Engagement

Emmerich: Integrationsrat: Zu wenig Engagement
Ein Termin steht schon: Das Fest der Kulturen (hier ein Foto von 2015) soll in diesem Jahr am Sonntag, 31. Juli, stattfinden. FOTO: van Offern
Emmerich. Man müsse mehr auf die Beine stellen - da waren sich die Mitglieder in der jüngsten Sitzung einig. Sabina Palluch hat ein Benefizkonzert für Flüchtlinge angestoßen. Der Termin für das Fest der Kulturen steht schon.

Der Leiter der neu installierten Stabsstelle Asyl/Integration soll zum 1. Mai seine Arbeit im Rathaus aufnehmen. Das gab Bürgermeister Peter Hinze (SPD) in der Sitzung des Integrationsrates bekannt. Der Stabsstellenleiter werde zunächst einmal den politischen Gremien vorgestellt, dann der Öffentlichkeit, so Hinze. Zu den Aufgaben der Stabsstelle gehört auch die Betreuung der Integrationsrates. Der hat sie nötig.

Fatma Colak, stellvertretendes Mitglied, legte die Finger in die Wunde: "Es wird zu wenig in die Tat umgesetzt. Wir haben zwölf Mitglieder. Wenn jeder nur ein Projekt umsetzen würde, wäre das schön." Das könnten ein Kinderfest oder Kinderschminken sein. Andrea Schaffeld (SPD) hätte gerne einen Feiertagskalender für alle Religionen. Botho Brower (CDU) vermisst einen Leitfaden für Paten von Asylbewerbern: "Dann müsste ich nicht immer die Arbeit des Sozialamtes in Anspruch nehmen." Die Brouwers kümmern sich um eine zwölfköpfige Familie aus Syrien.

Fatma Colak: "Die Leute sollen sehen, wir machen was. Wir müssen alle mitmachen!" In den vergangenen Jahren sei viel zu wenig passiert. Die Vorsitzende Seyran Dag entgegnete: "Wir haben das versucht. Es kamen keine Vorschläge. Wenn sie nicht kommen, kann ich nichts machen." Hinze redete den Mitgliedern ins Gewissen: "Wenn der Integrationsrat leben soll, geht das nur, wenn alle mitmachen."

Eine möchte - mit anderen - etwas auf die Beine stellen: Sabina Palluch. Sie hat sich um eine Benefizveranstaltung für Flüchtlinge gekümmert, die im Stadttheater steigen könnte. Dazu hat sie das türkischstämmige Comedy-Duo Ozan & Tunc mit ihrem aktuellen Programm "Ab- und Zuwanderer" kontaktiert: "Auf lustige Weise wird das Migrationsproblem dargestellt", sagt sie. Mit den Einnahmen, angedacht ist ein Eintrittsgeld von zehn, ermäßigt fünf Euro, könnte Flüchtlingskindern aus Emmerich ein Besuch im Zoo ermöglicht werden. Datum könnte der 23. oder 30. September sein. Ein Beiprogramm, das machte Kulturbetriebeleiter Michael Rozendaal deutlich, sei unbedingt notwendig, um die angepeilten 200 Besucher anzulocken. "Das Begleitprogramm muss attraktiv gestaltet werden, das bringt sehr viel."

Die Kulturbetriebe würden ihr Haus kostenlos zur Verfügung stellen, die Technikkosten seien noch abzuschätzen. Aber man sei ja noch in einem sehr frühen Stadium. Palluch könnte sich vorstellen, dass im Foyer Leckereien angeboten werden. Vorsitzende Dag sagte dazu: "Vielleicht haben Sie ja noch bessere Vorschläge." Dag erwartet von den Mitgliedern tatkräftige Unterstützung, etwa bei der Erstellung von Flyern, Plakaten und Öffentlichkeitsarbeit. Die Stadtwerke wollen als Sponsor auftreten.

Klar ist bereits der Termin für das "Fest der Kulturen" in diesem Jahr: Am Sonntag, 31. Juli, soll es stattfinden, angekoppelt an "Emmerich im Lichterglanz". Die Standmiete für die Lebensmittelstände soll wieder bei 135 Euro liegen.

(nk)
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