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Bei Isselburg
Wölfin büxt in Wildpark Anholt aus

Isselburg: Wölfin büxt aus Wildpark Anholt aus
Ein Wolf (Symbolbild). FOTO: dpa
Isselburg. Bei einer tierärztlichen Untersuchung ist im Wildpark Anholt ein Wolf über den Zaun des Geheges gesprungen und in die Anlage gelaufen. Die Betreiber finden ihr Versteck, engagieren einen Tierarzt mit Betäubungsgewehr. Am Ende muss eine Falle mit Köder her. Von Christian Hagemann

Eigentlich hatten es alle ja nur gut gemeint. Drei der neun Wölfe aus dem Gehege des Anholter Wildparks sollen in einen anderen Park gebracht werden, in dem es mehr Platz für sie gibt. Eine gute Idee, zumal es gar nicht so einfach ist, Wölfe in Deutschland unterzubringen. Das wissen jedenfalls die Betreiber der Anholter Anlage.

So waren am Dienstag zunächst auch alle zufrieden, als der Tierarzt kam, um noch einmal die Probanten vor ihrem Umzug zu untersuchen. Doch einer machte einen Strich durch die Rechnung. Es war eine eineinhalb Jahre alte Wölfin, die sich plötzlich aus dem Staub machte. Das ausgewachsene Tier übersprang zur Überraschung aller den Zaun - und verschwand in der Anlage.

Polizei sah keine Gefahr

Der Schrecken war groß - und zunächst auch der Alarm. Allerdings überließ die Polizei die Sache rasch den Betreibern selbst, denn eine Gefahr sahen die Beamten nicht. Das Tier befand sich innerhalb der Anlage, die eingezäunt ist. Und später wurde das Tier auch gesichtet.

Doch das reicht natürlich nicht. Es muss ja wieder ins Gehege. Und so war gestern Morgen nicht nur die Truppe des Parks vor Ort, sondern auch ein Tierarzt. Alle in unmittelbarer Nähe des Fleckchens, an dem sich die Wölfin aufhielt. "Wir müssen auf zehn Meter an sie herankommen, damit wir sie immobilisieren können", hieß es. Der Tierarzt hatte nämlich ein Betäubungsgewehr dabei. Und natürlich war der Park auch für Besucher geschlossen.

Doch das Tier schien zu wittern, dass das etwas im Gange war. "Das ist ein Wildtier", so Monika Westerhoff-Boland. "Es kann ja nicht erkennen, dass wir es verlegen wollen und damit Gutes tun wollen." Und so bewegte sich die Wölfin auch bis zum Abend nicht aus ihrem Versteck.

Betreiber setzen auf die Faktoren Zeit und Hunger

Die Betreiber wiederum ließen sich etwas Neues einfallen. Sie setzten auf den Faktor Zeit. Und auf das alte Prinzip Hunger. Sie ließen eine Käfigfalle kommen. "Ein Riesending", wie eine der Beteiligten staunend zu Protokoll gab. Darin die wichtige Zutat: ein Köder. Denn die Wölfin bekam zum letzten Mal am Sonntag zu fressen. Montag ist für die Tiere immer Fresspause. Dienstag hätte es eigentlich wieder etwas gegeben. Aber da machte sich die Wölfin mit Freiheitsdrang ja auf den Weg durch den Park.

Wie die Sache ausgegangen ist, stand am Abend noch nicht fest. Wohl allerdings, dass die Menschen sich vorgenommen haben, noch geduldiger zu sein als das Tier. Sie wollten den Abend und die Nacht abwarten, bis das Tier sich vom Geruch der Nahrung anlocken lässt. Im Zweifel warten sie auch noch länger.

Und deshalb könnte es sein, dass Besucher auch heute noch nicht in den Park können. Oder vielleicht doch, wenn es heißt: "Alles wieder in Ordnung, der Wolf ist zurück im Gehege!"

Quelle: RP
 
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