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Emmerich
Ist Sigmund Montag raus aus der BGE?

Emmerich. Heute Krisensitzung, nächste Woche Sondersitzung bei der BGE. Es geht um den Ausschluss von Joachim Sigmund aus der Fraktion. Von Christian Hagemann

Die Ratsfraktion der Bürgergemeinschaft Emmerich trifft sich nach Informationen der Rheinischen Post am Montagabend zu einer Sondersitzung. Der Grund: Die BGE will Joachim Sigmund aus ihrer Fraktion ausschließen.

Nach der Berichterstattung in der Rheinischen Post über die Streitigkeiten innerhalb der Ratsfraktion der BGE folgte bereits gestern Abend eine Krisensitzung der BGE-Ratsmitglieder. Eine Presseerklärung der BGE-Fraktion gab es hingegen nicht.

Bekanntlich ist Udo Tepass als stellvertretender Vorsitzender der Fraktion zurückgetreten. "Es gab zu viele Meinungsunterschiede. Ich bin 71 und will Spaß an der Politik haben und keinen Stress", sagte er. Mit einem Rücktritt hatte sich in den Monaten zuvor auch schon André Spiertz beschäftigt. Angedroht hatte er ihn zumindest, war dann aber doch geblieben.

Auch Joachim Siegmund hatte mit Rücktritt gedroht. Nunmehr scheint seine Tätigkeit in der BGE-Fraktion auf anderem Wege beendet zu werden.

Die RP berichtete ebenfalls, dass Sandra Bongers an einen Wechsel zur CDU denkt. Und Kritik gibt es auch am Fraktionsvorsitzenden Gerd Bartels, dem bereits nahegelegt worden sein soll, seinen Chefposten zur Verfügung zu stellen.

Dass die BGE nunmehr am Montag den Ausschluss von Sigmund in die Wege leiten wird, dürfte für die Öffentlichkeit kaum nachvollziehbar sein. Erst im vergangen Jahr war der ehemalige Kommandeur der Emmericher Kaserne als Kandidat für die Bürgergemeinschaft Emmerich ins Rennen um die Bürgermeisterwahl am 13. September 2015 geschickt worden.

Auf der Mitgliederversammlung der BGE war er mit 18 Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen und einer ungültigen Stimme nominiert worden. Das Ergebnis ist relativ eindeutig. Allerdings zeigte sich bei der Nominierung anhand der geringen Zahl der wahlberechtigten und erschienen Mitglieder, dass die BGE längst nicht mehr in der Lage ist, die Emmericher zu begeistern.

Der 58-jährige Sigmund ist seit 2012 Mitglied der BGE. Mit ihmschickte die BGE in ihrer 21-jährigen Geschichte nach Annelie Arntz (1999) erst das zweite Mal einen eigenen Kandidaten in den Bürgermeisterwahlkampf.

Sigmund gilt in seiner eigenen Fraktion zwar als anstrengend und bei manchen sogar als Querulant. Dennoch ist er unbestritten der erfolgreichste Kommunalpolitiker der BGE. Und in der Stadt ist er bei den Bürgern angesehen. Der Berufssoldat Sigmund war Chef der Emmericher Kaserne. Bei der letzten Kommunalwahlen in Emmerich gewann er als einziger BGE-Vertreter sein Ratsmandat direkt. Entsprechend selbstbewusst tritt Sigmund auf. Er überzeugte im übrigen auch die Grünen: Sie empfahlen ihren Wählern bei der Bürgermeisterwahl für Sigmund zu stimmen. Aus dem Stand hatte er 27 Prozent geholt, in zwei Wahlbezirken lag er sogar vorne.

Es knirscht im übrigen nicht nur mächtig in der BGE-Fraktion. Auch die Parteiarbeit schein schon mal aktiver gewesen zu sein. Ein Blick gestern auf die Facebook-Seite der BGE zeigte, dass der letzte Eintrag vom 25. März stammt. Eine Homepage der BGE findet sich im Internet gar nicht mehr.

Quelle: RP
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