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Josef Peters: "Auf Beton wächst eben kein Brot"

Rees: Josef Peters: "Auf Beton wächst eben kein Brot"
Josef Peters, Sprecher der Landwirte. FOTO: Evers, Gottfried (eve)
Rees. Die Bauernschaft kritisiert, dass die Landwirtschaftsfläche auch im Kreis Kleve immer kleiner wird. Neue Daten zeigen das. In Nordrhein-Westfalen werden jeden Tag zehn bis zwölf Hektar versiegelt.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche wird immer kleiner. Darauf weist Josef Peters, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Kleve, hin und bezieht sich auf die Auswertungen von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT NRW) als statistisches Landesamt.

In Nordrhein-Westfalen sei in den vergangenen zehn Jahren ein Gebiet im Umfang von 551 Quadratkilometern, diese Fläche entspricht etwa 77 000 Fußballfeldern, zugepflastert, bebaut oder durch Ausgleichsmaßnahmen bewaldet und somit der Landwirtschaft als Acker entzogen worden, so Peters.

Der Verlust der Fläche beunruhigt die Landwirte. "Die Ansprüche an die Fläche nehmen immer mehr zu. Die Landwirte sollen Lebensmittel darauf erzeugen, die Artenvielfalt soll gestärkt werden, gleichzeitig soll das Gewerbe Flächen zubauen dürfen und sich entwickeln, aber auch die Bürger sich im Grünen erholen können - das wird immer schwieriger zu lösen", sagt der Kreisvorsitzende. Umso wichtiger sei es, dass nicht noch mehr Fläche versiegelt werde. "In Nordrhein-Westfalen sind das jeden Tag zehn bis zwölf Hektar. Auf Beton wächst eben kein Brot und erst recht kein Artenreichtum", kritisiert er.

Umso enttäuschender sei es, so der Vorsitzende, dass die Landesregierung vor wenigen Wochen das Ziel im Entwurf des Landesentwicklungsplanes, den täglichen Flächenverbrauch auf fünf Hektar zu begrenzen, aufgegeben hat. Gleichzeitig werde in mehreren aktuellen Gesetzesvorhaben neues "Landgrabbing" forciert, so etwa im Landesnaturschutz- und Landeswassergesetz. Auch bei den Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gehen der Landwirtschaft zusätzlich landwirtschaftliche Flächen verloren. Josef Peters forderte die Politik auf, einer qualitativen Aufwertung bestehender Wald- und Naturschutzflächen Vorrang vor weiterem Flächenverbrauch durch Kompensationsmaßnahmen zu geben. Dazu gehört auch Industriebrachen für neue Ansiedlungen zu nutzen, anstatt immer wieder wertvolle Ackerflächen dafür in Anspruch zu nehmen.

"Es kann nicht angehen, dass wir von Rot-Grün im Landtag permanent als Hauptschuldiger für den Artenverlust gebrandmarkt werden und die gleichen politischen Kräfte einer zunehmenden landwirtschaftsfremden und dem Verlust an Biodiversität Vorschub leistenden Flächennutzung den Weg bereiten", sagt der Kreislandwirt.

Josef Peters weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass die landwirtschaftliche Nutzfläche im Kreis Kleve in den vergangenen zehn Jahren um fast 3500 Hektar zurückgegangen ist. Die Waldfläche ist um mehr als 2500 Hektar durch Ausgleichsmaßnahmen gestiegen.

Weitere Informationen bei Josef Peters unter der Telefonnummer 0172 9525966.

Quelle: RP
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