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Rees
Jugendheim soll 2023 verkauft werden

Rees: Jugendheim soll 2023 verkauft werden
FOTO: Breuer, Axel (abre)
Rees. Bistum informierte über Pläne in Haldern: Sanierung zu teuer. Neubau des Pfarrzentrums hingegen wahrscheinlich. Von Michael Scholten

Der Neubau eines Pfarrzentrum in der Gerhard-Storm-Straße gilt als wahrscheinlich, die Zukunft des Jugendheims an der Bahnhofstraße ist aber nur bis 2023 gesichert und danach ungewiss. Das ist die "Kompromisslösung", die der Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand jetzt circa 300 Zuhörern in der Pfarrkirche St. Georg präsentierten. Vorausgegangen waren lange Verhandlungen mit dem Bistum Münster. "Wir akzeptieren das Ergebnis, sind aber nur bedingt zufrieden", sagte Felix Schöttler, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Jetzt sollen die Halderner dabei helfen, das Jugendheim und die Jugendarbeit im Lindendorf langfristig zu sichern.

Geplant ist, im Herbst den sanierungsbedürftigen Mittelteil des St. Marien Altenheims abzureißen. Dort soll ein neues Gebäude mit ebenerdigem Saal entstehen, der von allen Abteilungen der Erwachsenen- und Seniorenarbeit genutzt werden kann. Das bestehende Nachbarhaus soll im Erdgeschoss zu einer Begegnungsstätte umgestaltet werden und das Haus Wesendonk ersetzen, das die Kirche derzeit zum Kauf anbietet. In der ersten Etage sollen die Bücherei, ein Besprechungsraum und das Pfarrbüro Platz finden, im Dachgeschoss ist eine neue Kapelle vorgesehen.

FOTO: van Offern, Markus (mvo)

Bauherr und Träger des Neu- und Umbaus ist die Kirchengemeinde. Das Altenheim ist nur Bauträger für seine eigenen Büroräume in der zweiten Etage des Giebelhauses. Das Bistum Münster hat 1,2 Millionen Euro versprochen, die Halderner Gemeinde müsste 150 000 Euro beisteuern, außerdem den Verkaufserlös vom Haus Wesendonk, dessen Wert auf 250 000 Euro geschätzt wird.

In Sachen Jugendheim hatten die Kirchenvorstandsmitglieder Theodor Kersting und Uli Uebbing weniger gute Nachrichten. Das Bistum schließt eine 400 000 Euro teure Sanierung der Immobilie aus, im jetzigen Zustand kann das Haus aber noch bis 2023 genutzt werden. Danach steht es zum Verkauf. Der große Saal des Jugendheims soll schon Jahre vorher geschlossen werden, um Heizkosten einzusparen.

Stefan Reichmann kritisierte, das Bistum distanziere sich zugunsten des neuen Pfarrzentrums von der Jugendarbeit. Uli Uebbing gab zu bedenken, dass der Sparzwang in der Pfarrgemeinde Haldern noch viel größer werde, wenn 2016 oder 2017 die Fusion mit der Pfarrgemeinde Rees erfolgt. Ganz Haldern sei nun aufgerufen, Vorschläge für den Erhalt des Jugendheims zu machen: "Möglichst am bisherigen Standort, aber auf jeden Fall hier im Dorf", forderte Kirchenvorstandsmitglied Wilhelm Otten und erklärte: "Ich möchte nicht derjenige sein, der den Jugendlichen sagt: Fahrt mit dem Fahrrad zum Remix nach Rees."

Aus dem Publikum kam mehrfach die Forderung, die Kirche solle vor allem in die Jugend und somit in ihre Zukunft investieren. "Wir könnten das Haus Wesendonk verkaufen und damit unser Jugendheim auf Vordermann bringen", lautete ein Vorschlag, der viel Applaus bekam.

Pfarrer Marian Szalecki verwies darauf, dass die katholische Kirche auf Reeser Stadtgebiet schon jetzt über 1000 Quadratmeter Nutzfläche mehr habe, als das Bistum akzeptiert und finanzieren will. Spätestens nach der Fusion der Pfarrgemeinden Haldern, Millingen und Rees werde aus Münster kein Angebot mehr kommen, 1,2 Millionen Euro zum neuen Pfarrzentrum beizusteuern. "Nutzen wir also jetzt die Großzügigkeit des Bistums", empfahl der Pfarrer. Er appellierte an seine Gemeinde, dem Kirchenvorstand zu vertrauen und mit ihm gemeinsam Lösungen für eine weiterhin gute Jugendarbeit in Haldern zu entwickeln.

Quelle: RP
 
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