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Emmerich
KAB-Mitglieder informieren sich über Deichschutz

Emmerich. Die KAB Nikolaus Groß hat jetzt den Deichverband Bislich-Landesgrenze besucht. Deichgräf Herbert Scheers und Geschäftsführer Holger Friedrich begrüßten die 18 Teilnehmer und brachten ihnen im Folgenden die Arbeit des Deichverbandes näher.

Schon vor 600 Jahren hatten unsere Vorfahren den Grundstein für den Deichschutz am Niederrhein gelegt, erfuhren die Besucher. Der Deichverband Bislich-Landesgrenze sei zum 1. Januar 2007 aus sechs ehemals selbstständigen Deichverbänden und Deichschauen neu gebildet worden und sei der größte Deichverband in NRW. Zu seinen Aufgaben gehöre die Überwachung, Betreuung und Verteidigung von 45 Kilometern Deich- und Hochwasserschutz sowie die Deichsanierung. Ein weiteres Aufgabenfeld, lernten die KAB-Mitglieder, umfasst die Entwässerung, damit das Wasser, das sich auf dem Land sammelt, auch abfließen kann. Hierzu betreibt der Deichverband vier Schöpfwerke.

Der Deichverband, hieß es weiter, investiere die Beiträge seiner Mitglieder ausschließlich in den Bau, die Sanierung, die Erhaltung und die Kontrolle von Deichanlagen, in die Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Flächenentwässerung, in die Mitgliederinformation und in die Selbstverwaltung. Neben 15 hauptamtlichen Mitarbeitern werde ein Großteil der Aufgaben durch Ehrenamtler wahrgenommen.

Da ein Hochwasser an der Landesgrenze keinen Halt macht, werde mit dem niederländischen Deichverband "Waterschap Rijn en Ijssel" zusammengearbeitet. Nach den Hochwassern der 90er Jahre, erklärten die Gastgeber, seien in den Niederlanden viele Deiche aufgestockt worden, wobei das Grundgerüst bestehen blieb. In Deutschland hingegen würden bei Baumaßnahmen die alten Deiche abgetragen und neu gebaut, was allerdings den Nachteil habe, dass diese Maßnahmen mehr Zeit in Anspruch nehmen. Ein weiteres Problem bei einer Deichsanierung sei die aufwendige Untersuchung hinsichtlich der Kampfmittelräumung und der Verantwortlichkeit. Seien früher die Deiche abseits der Verkehrswege gelegen gewesen, machten die Kommunen heute viele Deiche für Spaziergänger und Fahrradfahrer zugänglich, was teilweise Probleme hervorrufe. Viele Hundebesitzer etwa ließen ihre Tiere trotz Verbots frei laufen, was grasende Schafe, die für den Deichschutz immens wichtig seien, gefährde.

Was passiert, wenn ein Deich bricht, wurde den Teilnehmern anhand einer Animation vor Augen geführt.

Quelle: RP
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