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Rees
Kann ein Verein das Freibad retten?

Rees: Kann ein Verein das Freibad retten?
Ab ins kühle Nass: Ob das in Zukunft auch weiter im Reeser Freibad möglich ist? FOTO: Klaus-Dieter Stade
Rees. In Kevelaer und Walbeck werden Freibäder ehrenamtlich betrieben. Ein solches Modell könnte auch Vorbild für Rees sein. Die Stadtverwaltung zeigt sich gesprächsbereit, hat aber eine Bedingung, die nur schwer zu erfüllen sein dürfte. Von Markus Balser

Die drohende Schließung des Reeser Freibades bewegt weiter die Gemüter. Nachdem die Stadtverwaltung vorgeschlagen hat, ein Kinderschwimmbecken in den heutigen Nichtschwimmer-Bereich einsetzen zu lassen (die RP berichtete), hat sich jetzt der Halderner Volker Schürmann mit einem Schreiben an die Reeser Stadtverwaltung und die Politik gewandt. Er verweist als Anregung in den Südkreis, nach Kevelaer und Geldern-Walbeck, zu schauen.

Dort haben sich Vereine gegründet, die den Betrieb einst städtischer Freibäder übernommen haben. In Kevelaer ist das schon seit 1995 der Fall, in Walbeck seit dem Jahr 2003. Mit viel ehrenamtlichen Einsatz werden dort Betriebskosten reduziert.

Ein solches Modell könnte auch in Rees funktionieren, zumal es in der Stadt genügend Wassersportvereine gebe, glaubt Volker Schürmann.

Die Stadt Rees zeigt sich einer solchen Lösung nicht grundlegend abgeneigt. "Wenn es denn eine Art Förderverein für unser Freibad geben würde, könnte man darüber reden, die Anlage beispielsweise für einen symbolischen Preis zu verpachten", sagte Andreas Mai gestern der RP. Der Kämmerer hat jedoch eine Bedingung: "Die Übernahme von Betriebskosten oder gar größeren Investitionen können wir uns nicht leisten. Auch die müssten dann vom Verein getragen werden."

Doch genau hier dürften die Schwierigkeiten für ein solches Modell anfangen. Denn sowohl in Kevelaer als auch in Walbeck reicht selbst noch so viel ehrenamtliches Engagement nicht aus, um ohne städtische Zuschüsse auskommen zu können. Und die stünden Rees nicht zur Verfügung. "Wir würden dann in die Haushaltssicherung rutschen und wären fremdbestimmt", warnt Mai. Gleiches gelte im übrigen auch für die Vorschläge aus der Politik, die eine langfristige Ertüchtigung der vorhandenen Anlage (Grüne) oder einen Neubau auf halbierter Fläche (SPD) vorsehen. "Wir müssen dabei auch der Tatsache ins Auge sehen, dass unser Freibad kaum noch genutzt wird", sagt Mai. Von den 105 Tagen, an denen es in diesem Jahr geöffnet war, seien gerade mal an 13 mehr als 500 Besucher zu verzeichnen gewesen - die Grenze, ab der sich ein Betrieb überhaupt erst rechnen würde. "Teilweise hatten wir Besucherzahlen, die lediglich im zwei- oder sogar nur im einstelligen Bereich lagen", verdeutlicht der Kämmerer die Situation.

Übrigens wird auch in Walbeck angesichts sinkender Besucherzahlen über ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept für das dortige Waldfreibad diskutiert. Es befindet sich auf einer Fläche, die mit zehn Hektar etwa fünfmal so groß ist wie die in Rees. Im Gespräch sind dort Projekte, die helfen sollen, die Anlage weiterhin zukunftsfähig zu halten. Unter anderem wird über eine Jugendherberge, ein Baumhotel oder ein Sport- und Erlebniszentrum nachgedacht - alles Ideen, die darauf abzielen, die Anlage wetterunabhängig mit dem Bereich des Tourismus zu verknüpfen.

Vielleicht könnte das ja auch ein Ansatz für Rees sein. Einen Zusammenhang von Freibad und Tourismus hat jedenfalls Volker Schürmann erkannt: "Es sollte nicht vergessen werden, dass der Wohnmobilstellplatz durch den Verlust des Freibades an Attraktivität verlieren würde", schreibt er.

Quelle: RP
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